Serwest . Die Aktionen gegen die geplante 380-kV-Freileitung durch das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin gehen weiter. Am Wochenende hatte die Bürgerinitiative "Biosphäre unter Strom - keine Freileitung durchs Reservat" zu einem Protestmarsch eingeladen.
Gut 30 Teilnehmer waren es, die sich an der Gaststätte in Serwest eingefunden hatten.Von dort sollte es zum Taubenberg in Buchholz gehen. "Von da oben hat man einen schönen Blick auf die Landschaft und die bereits vorhandene Freileitung von 110 kV. Die nunmehr geplante Leitung von 380 kV würde mindestens doppelt so hoch werden", sagt Hartmut Lindner, in Senftenhütte zu Hause und Mitglied der Bürgerinitiative.
Nach einer guten Dreiviertelstunde war das Ziel erreicht, auf dem Taubenberg bei einem kleinen Picknick Zeit für Gespräche. Zu den prominenten Teilnehmern des Protestmarsches gehörten die Landtagsabgeordneten Axel Vogel (Bündnisgrüne), Gregor Beyer (FDP) und Michael Luthardt (Die Linke).
"Für uns ist die geplante 380-kV-Freileitung eine fragwürdige Angelegenheit, dies vor allem vor der Hintergrund, dass damit möglicherweise der Weg für Atomstrom aus Polen geebnet wird", sagt Lindner. An die Träger öffentlicher Belange, Landkreis Barnim, Stadt Eberswalde, Schorfheide, Joachimsthal und alle anderen, die von der Leitungsquerung betroffen wären, gehe daher der Appell, beim Planfeststellungsverfahren ein klares Votum abzugeben, das den Bau verhindert. "Die Freileitung zerstört nicht nur das einmalige Bild der Endmoränenlandschaft, sondern gefährdet auch die vielfältige Vogelwelt im Trassenbereich und die wirtschaftliche Entwicklung des sanften Tourismus. Sie stellt außerdem ein Gesundheitsrisiko für die Trassenanwohner, vor allem für deren Kinder dar", formuliert Lindner die Ängste der Bürgerinitiative.
Diese Befürchtungen kann Michael Luthardt rückhaltlos teilen. Nicht nur weil er selbst in der Gemeinde Chorin zu Hause ist. Die 380-kV-Freileitung sei ein transnationales Netz und bringe weder dem Barnim noch dem Land Brandenburg etwas, sagt er. "Das ist sozusagen eine Stromautobahn, von der wir nichts haben werden. Wenn sie denn unbedingt gebraucht wird, was ich allerdings bezweifle, dann nur als Leitung unter der Erde", so Luthardt. Diesen Standpunkt will er auch bei den Koalitionsgesprächen mit der SPD deutlich machen. "Ich habe meine Position zur Freileitung schon vor der Wahl deutlich formuliert und dazu stehe ich nach wie vor."
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