Potsdam . Am künftigen Großflughafen Flughafen Berlin Brandenburg International (BBI) soll die Anzahl der Flüge spätabends und frühmorgens begrenzt werden. Von 23 Uhr bis Mitternacht und von 5 bis 6 Uhr dürften nach der Eröffnung 2011 nur 31 Maschinen starten oder landen, sagte Verkehrsminister Reinhold Dellmann (SPD) bei der Vorstellung eines ergänzenden Planfeststellungsbeschlusses am Dienstag in Potsdam. Von Mitternacht bis 5 Uhr seien keine Landungen oder Starts in Schönefeld (Dahme- Spreewald) erlaubt. Ausnahmen gebe es nur für Postflugzeuge, Regierungsflieger und in Notfällen Linienmaschinen.
Dellmann lobte den Beschluss als ausgewogenen Mittelweg zwischen den Anwohnerinteressen und wirtschaftlichen Plänen des Flughafens. Er gehe allerdings davon aus, dass Anwohnergemeinden gegen den Beschluss klagen, sagte Dellmann. Ein abschließendes Gerichtsurteil werde dann wohl Ende 2010 oder Anfang 2011 kommen.
Der Sprecher der Berliner Flughäfen, Ralf Kunkel, sagte in einer ersten Reaktion: "Kurzfristig ist das in Ordnung, langfristig ist das für uns ein Hemmschuh." Durch die steigenden Passagierzahlen werde auch der Bedarf an Nachtflügen in die Höhe gehen. Wenn die Obergrenze an Flügen den sogenannten Randzeiten der Kernzeit der Nacht erreicht sei, sei das ein Problem.
Das Bundesverwaltungsgericht hatte 2006 den Bau des Flughafens unter Auflagen genehmigt. Dem kommt der Planfeststellungsbeschluss nun nach. Die Flughafengesellschaft stellt für Isolierungs- und Schallschutzmaßnahmen sowie Entschädigungen an Anwohner eigenen Angaben zufolge 140 Millionen Euro zur Verfügung.
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