Bernau . Rötliches Wengé-Holz für die Fenster, schwarzbraunes Meranti-Parkett und Bretter aus sibirischer Fichte - oft wird Holz aus dem Urwäldern dieser Erde illegal geschlagen, außer Landes geschmuggelt, um legal verarbeitet zu werden, um dann auch in deutschen Baumärkten zu landen, so ehrenamtliche Greenpeace-Aktivisten, die der illegalen Rodung der Urwälder Einhalt gebieten wollen. Am Freitag haben sie auf ihrem 2000 Kilometer langen Weg von Konstanz nach Kopenhagen zur Weltklimakonferenz in der Frakima in Bernau Halt gemacht.
Greenpeace-Aktivisten sind im Kost³m der "Kleinen Meerjungfrau" zur Weltklimakonferenz unterwegs. Beim ihren Halt in Bernau sprachen sie mit Vize-B³rgermeister Eckhard Illge.
Ihre vorrangige Botschaft ist, dass 20 Prozent der weltweiten CO 2 -Emissionen aus der Zerstörung der Urwälder stammen, erklärte Sarah Heithausen. Werde das gestoppt, erreiche man mehr als durch andere Umweltschutzmaßnahmen, die aber wiederum nicht richtig wirken, wenn nicht die Zerstörung des Urwalds und damit der Freisetzung von CO 2 aus dem dann an die Oberfläche kommenden Torf beendet wird. Wie dringend es ist, ergibt sich aus den Klimazielen, die bis 2015 erreicht werden müssen. Nur wenn der CO 2 -Ausstoß bis dahin entscheidend reduziert wird, ist es möglich die Erderwärmung unterhalb des kritischen Werts von zwei Grad Celsius zu halten.
Auf ihrem Weg nach Kopenhagen sprechen die Aktivisten mit vielen Menschen und geben ihnen Informationsmaterial und auch einen Brief an die Bundeskanzlerin Angela Merkel, indem sie deren Teilnahme an der Weltkonferenz einfordern. Man dürfe nicht abwarten, sondern Deutschland müsse als Initiator aktiv werden, sagte Achim Gresser, der ebenfalls für Greenpeace wandert.
Insbesondere geht es Greenpeace dabei um gesetzliche Regelungen dafür, dass nicht mehr illegal gerodetes, sondern nur noch FSC-zertifiziertes Holz in den Handel kommen darf und dass in den Biosprit nicht mehr Palmöl kommen darf, das von Plantagen auf abgeholzten Urwäldern stammt, erklärte er. Zudem müsse auch Deutschland einen Anteil von sieben Milliarden Euro in einen Klimaschutzfonds der Industrieländer einbringen, der in den Regionen wie dem Kongobecken, Indonesien oder dem Amazonasgebiet den Menschen unter anderem wirtschaftliche Alternativen nach dem Holzeinschlag bietet.
Begrüßt wurden die Greenpeace-Aktivisten in Bernau von Vize-Bürgermeister Eckhard Illge. Ihm überreichten sie eine kleine Figur der Meerjungfrau von Kopenhagen und einen Brief, in dem die Kommune erklärt, dass sie die Ziele unterstützt und was in Bernau für den Umweltschutz getan wird. Illge unterschrieb nicht sofort. "Ich nehme das mit in der politischen Raum", sagte er, es werde aber rechtzeitig noch vor der Weltklima-Konferenz an die Greenpeace-Aktivisten geschickt.
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