Fürstenwalde . Jubel, Trubel, Heiterkeit - eine fast euphorische Stimmung herrschte im Fürstenwalder Friesenstadion. Da hatte der heimische FSV Union gerade den turmhohen Favoriten und Regionalliga-Spitzenreiter SV Babelsberg 03 in der 3. Runde mit 2:1 (1:0) aus dem Fußball-Landdespokal geworfen. Mehr als 700 Zuschauer waren völlig aus dem Häuschen- jedenfalls die Union-Fans unter ihnen.
Als die Sensation perfekt war, bildete sich vor dem Fürstenwalder Tor ein Jubelturm. Mittendrin Torwart Mario Langner. Er war der Turm in der Schlacht. Mit seiner Bierruhe brachte er Babelsberg schier zur Verzweiflung - vor allem Stefan Kutschke. Die erste Hälfte artete zu einem Privatduell zwischen dem Keeper und dem Angreifer aus. Egal wie es der Filmstädter versuchte per Kopfball (7., 35., 40.) oder zweimal hintereinander per Fuß (33.), immer brachte Langner reaktionsschnell die Hände dazwischen.
Wesentlich effektiver agierten die Platzherren. Aus ihren wenigen Chancen machten sie zwei Tore. Dabei ragte aus einer starken Mannschaft Angreifer Christian Mlynarczyk noch herausragte. Sein Motto "Kratzen, Beißen, Kämpfen" war Vorbild. Zudem war er an beiden Toren maßgeblich beteiligt. Erst hielt SVB-Torwart Daniel Zacher zwar seinen Drehschuss glänzend, ehe Mouhamed Franck abstaubte (42.), dann setzte Mlynarczyk nach der Pause aus der Drehung den Ball trocken von der Strafraumgrenze unhaltbar ins Eck (55.).
In der zweiten Hälfte agierten die Gäste gegen den zwei Klassen tiefer spielenden Kontrahenten, der vor dem eigenen Strafraum abwartend verharrte, weiter erstaunlich einfallslos. Mehr Ballbesitz bedeutete nicht zwangsläufig einen Vorteil. Ein Dreifach-Wechsel von Trainer Dietmar Demuth nach einer Stunde, als Nicolas Hebisch, Anton Müller und Erkan Kilicaslan für Patrick Moritz, Ümit Ergirdi und Tobias Francisco brachte keine Besserung.
Pech hatte der SVB als Frahn den Ball ans Gebälk köpfte und Langner danach auf dem Boden liegend zweimal traumhaft parierte (71.). Der Anschlusstreffer in der Nachspielzeit durch Kutschke fiel dann zu spät. Demuth, der auf einige Stammspieler verzichtet hatte, wirkte nach der für ihn und sein Team peinlichen Partie einsilbig: "Nur mit spielerischen Mitteln kann man in Fürstenwalde nicht gewinnen. Wenn wir schon kein Tor schießen, muss wenigstens die Null stehen. Union hat uns den Einsatz vorgemacht"
Sein Pendant Peter Heinrich freute sich sichtlich: "Bei uns kam heute alles zusammen. Ein Quäntchen Glück, ein Top-Torwart und eine starke Mannschaftsleistung." Die Frage nach dem Wunschgegner für das Achtelfinale beantwortete Andreas Heyse kurz und knackig: "Schöneiche." Den Oberligisten hatte der FSV vor zwei Jahren schon einmal aus dem Pokal geworfen. Da war Jens Härtel noch Trainer der Schöneicher. Diesmal saß er als Co-Trainer mit versteinerter Mine auf der Babelsberger Bank. Seit fünf Jahren standen die Filmstädter immer im Endspiel, siegten zuletzt viermal in Folge. Gleichwohl kann Babelsberg den Pokal noch verteidigen - die Reserve ist weiter im Wettbewerb. Und gegen die hat Union zu Hause am 4. Spieltag in der Brandenburgliga mit 0:1 verloren...
FSV Union Fürstenwalde: Mario Langner - Marcel Niespodziany, Manuel Cornelius, Philipp Schmidt, Gordan Griebsch - Christopher Stettner, Andreas Heyse - Matthias Reischert (79. Rene Robben), Mathias Klein, Mouhamed Franck (88. Dominik Holtz) - Christian Mlynarczyk (89. Benjamin Schüler)
Tore: 1:0 Mouhamed Franck (42.), 2:0 Christian Mlynarczyk (55.), 2:1 Stefan Kutschke (90.); Schiedsrichter: Marco Schibull (Templin); Zuschauer: 710
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