Strausberg . Es war eine zusätzliche Siegerehrung nach der offiziellen und von den Strausberger Jungen geplant. Nachdem bei der Brandenburgischen Vereinsjugendmeisterschaft 2007/08 in der Altersklasse U10 Pokale, Medaillen und Urkunden in Frankfurt (Oder) verteilt worden waren, hatten sie ihren Trainer Raymund Stolze nach vorn gebeten, um sich bei ihm für ihren dritten Platz mit einem selbst gebastelten "Meister"-Pokal zu bedanken. Allerdings hat diese Bronzemedaille - die Erste seit zwölf Jahren für Strausberger Jungen - von Toni Bohnsack, Moritz Petersen, Johannes Trotzke, Alan-Ari Hübner und Paul Fengler viele Ursachen hat.
Da muss sicherlich zuallererst Ines Salisch genannt werden. Die Abteilungsleiterin Schach, die mit ihrem großen persönlichen Einsatz dafür gesorgt hatte, dass beim KSC überhaupt wieder Schach gespielt wird. Sie gab nämlich im Sommer vorigen Jahres "grünes Licht" für ein Projekt "leistungsorientiertes Training", das für zunächst drei Jahre konzipiert ist.
Raymund Stolze, den nicht schnelle Erfolge reizen, sondern der auf Langfristigkeit setzt, verfügt zwar über genügend Erfahrungen im Nachwuchsbereich - unter anderem wurde er 2002 mit der U12-Mannschaft vom SV Glück auf Rüdersdorf Deutscher Meister -, aber es ist sicherlich eine viel größere Herausforderung, eine Mannschaft zu betreuen, die noch ganz am Anfang steht. In der vorigen Saison wurden die Strausberger jedenfalls abgeschlagen mit 1:13 Punkten Letzter. Da konnte es also nur besser werden.
Dafür brauchte es freilich einen so engagierten Vater wie Lars Petersen, der nicht nur für Sponsorengelder sorgt. Er betreut an der Freien Schule Strausberg in seiner Freizeit auch eine Schulschach-AG, von der inzwischen zwei der Besten Stammspieler sind. Natürlich ist in diesem Zusammenhang die tatkräftige moralische Unterstützung aller Eltern zu erwähnen.
Die nötigen Punkte und Siege mussten die Jungs freilich am Brett selbst erkämpfen. Und dabei wuchsen sie wirklich über sich hinaus. Die gemeinsame Zielstellung Platz fünf wurde deutlich überboten. Bis zur Runde fünf lag sogar gegen den neuen Meister eine Sensation in der Luft. Doch wurde gegen Motor Eberswalde unglücklich mit 1:3 verloren, so dass am Ende die Brettpunkte über die Medaillen entscheiden mussten. So kam der SV Glück auf Rüdersdorf mit einem halben Punkt Vorsprung auf den Silberrang.
Für die KSC-Jungen und ihren Trainer bleibt die Genugtuung, im ersten gemeinsamen Jahr mehr erreicht zu haben als erhofft. Alle Teammitglieder haben seit dem 1.April auch eine Deutsche Wertungszahl (DWZ/Kennziffer für Spielstärke). Einig sind sich alle darüber, dass sie zu neuen Ufern aufbrechen wollen. Das dürfte das beste Fundament für ein neues Kapitel der Erfolgsgeschichte im Strausberger Nachwuchsschach sein.
Abschlusstabelle
1. Motor Eberswalde 7 22,5 12: 2
2. GA Rüdersdorf 7 20,512: 2
3. KSC Strausberg 7 20,0 12: 2
4. KJS Potsdam 7 12,06: 8
5. Forster SC 7 10,55: 9
6. GA Rüdersdorf II 7 10,55: 9
7. SSG Lübbenau 7 8,02:12
8. BW Leegebruch 7 8,02:12
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