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Junge Leute beim Aktionstag im Handelscentrum gegen übermäßigen Alkoholkonsum

Aber nicht bis zum Abwinken ...

Wie unter Drogen oder angetrunken: Kerstin Wagner von der Verkehrswacht setzt Philip Dominik (14) beim Aktionstag eine Rauschbrille auf. Sebastian Hartung (18) trägt eine Alkoholbrille
Wie unter Drogen oder angetrunken: Kerstin Wagner von der Verkehrswacht setzt Philip Dominik (14) beim Aktionstag eine Rauschbrille auf. Sebastian Hartung (18) trägt eine Alkoholbrille © Foto: MOZ Gerd Markert
Uwe Spranger / 25.05.2013, 07:04 Uhr
Strausberg (MOZ) "Alkohol? Weniger ist besser." Diese Botschaft wurde am Freitag bei einem Aktionstag im Handelscentrum verbreitet. Die Angebote von Suchtpräventionskräften, Verkehrswacht und Sozialarbeitern richteten sich besonders an Jugendliche.

"Da hast du Glück gehabt", macht Katharina Hadel von der überregionalen Suchtpräventionsstelle einem Jugendlichen vom Oberstufenzentrum klar. Er hatte gerade von einem Trinkgelage berichtet. Freunde hätten versucht, ihn betrunken zu machen. Nach seiner Aufzählung ermittelt die Sozialpädagogin einen Alkolholpegel von zwischen vier und fünf Promille.

Für ihren Kollegen Frank Kirschneck ist das ein Beleg dafür, dass Präventionsarbeit weiterhin erforderlich ist, auch wenn gerade von Brandenburgs Gesundheitsministerin zurückgehende Trink-Quoten vermeldet wurden. "Ich kenne die Zahlen", sagt Kirschneck. Wenn unter den Zehntklässlern fast 20 Prozent der Jungen und zehn Prozent der Mädchen angeben, sie würden regelmäßig trinken, die Hälfte von ihnen noch dazu übermäßig, sei das nach wir vor zu viel. Also bestehe Handlungsbedarf.

Deshalb war der Aktionstag organisiert worden. Im Vorfeld hatten die Akteure die Schulen der Region angeschrieben und eingeladen. Allerdings machten die nur sporadisch von dem Angebot Gebrauch. Angemeldet hatten sich gut 160 Schüler, einige weitere kamen spontan. Dabei waren das Fontane-Gymnasium Strausberg, die Lenné-Schule Hoppegarten, die IB-Schule Neuenhagen und das Oberstufenzentrum, von dem überdies drei der insgesamt zehn Stände betreut wurden.

Da konnten bei Steffi Kohlmann alkoholfreie Drinks probiert werden, auf einem Bodenposter wurden Ansichten bewertet und auf einer großen Wand gute Gründe für weniger Alkohol gesammelt. Bei der Verkehrswacht war ein Parcours mit Rauschbrillen zu bewältigen, wurden Reaktionszeiten getestet, in einem Zelt konnten Videospots zum Thema angeschaut werden. Marion Busch und Miroslav Zivkovic von der Fachstelle für Jugendsuchtberatung und Prävention MOL hatten ein Quiz rund um das Thema Alkohol vorbereitet. "Dass alle Fragen richtig beantwortet werden, ist eher unwahrscheinlich", war ihnen klar. "Es geht darum, ins Gespräch zu kommen", sagten sie. Das gelang ganz gut. Als kleines Dankeschön gab es einen Apfel vom Obstgut Müller in Wesendahl.

Gedächtnistraining am Computer war am Stand der Regionalen Kontaktstelle für Selbsthilfe Rekis bei Marina Kohring möglich. Überdies konnten die Jugendlichen zu einem Bild nach Wahl aus bereitgestellten Buchstaben ein Motto entwickeln. Um Teamfähigkeit ging es bei einem Geschicklichkeitsspiel am Tisch der mobilen Sozialarbeit. "Getrunken wird ja meist auch in der Gruppe", erklärte Conny Schröder. Außerdem wurde Wissen zum Thema Jugendschutzgesetz getestet. Überdies sollten die jungen Leute Flaschen nach der darin enthaltenen Menge Alkohol sortieren. Zwei Jungs vom IB hatten damit kein Problem. "Weil wir trinken", gestanden sie. "Aber nicht bis zum Abwinken", fügten sie hinzu.

Am Ende gab es für die Schüler Präsente, unter anderem einen Stoffbeutel mit Aktionstagmotto. "So wird die Botschaft über das Handelscentrum hinausgetragen", erklärte Frank Kirschneck. Ohnehin sei Öffentlichkeitswirksamkeit das größte Anliegen der Organisatoren.

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