Melchow . " Und sucht nicht so einen großen aus. Wir müssen den noch zum Auto tragen", versuchte ein Vater vorzubauen. Die Qual der Wahl hatten beim Weihnachtsbaumschlagen in Melchow am Sonntag rund 200 Leute. Die einen griffen zielsicher zu, andere überlegten hin und her. Freude hatten sie wohl alle daran.
Acht Jahre lang gibt es jetzt das Weihnachtsbaumschlagen in Melchow, das der Verein Naturparkbahnhof Melchow aus der Taufe gehoben hat. Und mit der Zeit gesellte sich ein kleiner Weihnachtsmarkt dazu. Auch diesmal begleitete die Schönholzer Revierförsterin Ines Glötzl-Simon die Besucher, meist Familien mit Kindern, aber auch einige jüngere sowie ältere Paare - zur nahen Weihnachtsbaumkultur. Blaue Stechfichten, im Volksmund bekannt als Blautannen, standen in unterschiedlichen Größen zur Auswahl, um als Weihnachtsbaum geadelt zu werden.
"Es ist ein großer Spaß für die Kinder. Und schön ist auch, dass das Kommerzielle keine Rolle spielt", sagte Stefan Vogel aus Biesenthal. Das Problem, den Baum der Wahl zum Auto tragen zu müssen, stellte sich für ihn nicht. Er war von Biesenthal mit der Bahn gekommen. Gute Erfahrungen hatte er damit im vergangenen Jahr gemacht, auch wenn mehrere Leute ihre Bäume im Zug transportierten und es deswegen etwas eng geworden war.
Für die meisten Besucher ist das Schlagen der Bäume in erster Linie ein "Erlebnis". Deshalb hatten sich auch Hannelore und Detlef Hidde aus Berlin auf den Weg nach Melchow gemacht. "Am Stand in der Stadt einen kaufen, das kann jeder", fand Detlef Hidde. "Aber das ist so unpersönlich und so verkrampft." Und wie Berliner so sind, gab es auch gleich viel Lob über den kleinen Weihnachtsmarkt. "So soll ein Weihnachtsmarkt ja sein. Ohne Rummel und laute Musik", sagte Hannelore Hidde. Gäste aus der Hauptstadt gehören inzwischen zum Stammpublikum in Melchow. Jedes Jahr werden im Schnitt um die 60 bis 70 Bäume geschlagen, wie Thorsten Kleinteich vom Verein Naturparkbahnhof sagte. Und blickt man auf die Beteiligung in diesem Jahr, ist die Tendenz offenbar steigend. Auch der Weihnachtsbaum aus der Region wird immer populärer.
Regionales wurde dazu passend auf dem Markt geboten, auf den sich nach dem Weihnachtsbaumschlagen zum Beispiel Sylvana und Frank Stieglitz mit Sohn Tom (9) freuten. Die Melchower Familie kommt schon seit Jahren zum Naturparkbahnhof. Diesmal gab es auf dem Markt wieder selbst gemachte Liköre von Martina Maas und Andreas Felzmann-Maas. Im eigenen Garten wachsen die Kräuter dafür. Oder Marmeladen aus nicht gespritzten Früchten boten sie in verschiedenen Sorten an, zum Beispiel auch aus Zucchini mit Orangengeschmack oder aus Kürbis.
Zwar nicht aus der Region, aber dem fairen Handel verpflichtet, präsentierte Josephine Löwenstein den Stand der Lokalen Agenda Biesenthal. "Kaffee und Tee trinken wir täglich", sagte sie, "da können wir jeden Tag dafür sorgen, dass die Erzeuger einen gerechten Preis erhalten."
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