Bad Freienwalde . Der Winter hat auch die Kurstadt fest in seinem Griff. Daher haben viele Hauseigentümer die Pflicht, Gehwege von Schnee und Eis zu befreien, an Werktagen schon ab 7 Uhr, an Sonn- und Feiertagen spätestens ab 9 Uhr.
Doch die Stadtsatzung schreibt vor, dass hierzu Streusalz nur in Ausnahmefällen verwendet werden darf. "Die Verwendung von Salz ist grundsätzlich verboten", so Tobias Bauert vom Bauamt. Lediglich an gefährlichen Stellen im Kreuzungsbereich, an Hanglagen mit über zehn Prozent Gefälle sowie bei Blitzeis sei der Einsatz von Salz gestattet, so Bauert. "Dort, wo man mit normalen Streumitteln wie Sand keine Griffigkeit erreichen kann, darf ein Bürger Salz benutzen", erklärt der Sachbearbeiter. Das beträfe auch Treppen oder Rampen. Eine Zuwiderhandlung kann mit Geldbußen von fünf bis 1000 Euro geahndet werden.
"Der Nachweis ist allerdings im Nachhinein sehr schwierig", sagt Jens Schmoldt vom Ordnungsamt. Man müsse schon jemanden in flagranti erwischen und selbst dann käme es auf die Reaktion des jeweiligen Bürgers an. "Man kann es auch bei einer Verwarnung belassen, wenn er sich einsichtig zeigt", so Schmoldt. "In manchen Fällen ist es auch nur Unwissenheit, dann reicht es aufzuklären." Für einen sparsamen Einsatz von Streusalz plädiert Giesela Ziehm vom Naturschutzbund (NABU) Regionalverband Oberbarnim in Bad Freienwalde. "Selbst bei dem Blitzeis am Dienstag sollte man das Salz nur moderat einsetzen", so die Umweltschützerin. "Es schädigt Straßen und Bäume, beschleunigt die Korrosion von Brücken und Autos." Außerdem belaste das Salz das Grundwasser. Bei einer Schräglage des Bodens, fließe es in die Kanalisation oder in den Garten.
"Der Boden verkrustet, so dass die Pflanzen nur noch schlecht Wasser aufnehmen können", sagt Gisela Ziehm. Das Salz verdränge wichtige Pflanzennährstoffe. Auch die Straßendecke werde in Mitleidenschaft gezogen, weil das Salz Wasser bindet, so in kleinste Poren eindringt und bei nachfolgendem Frost die Straßendecke zum Aufplatzen bringen kann.
Als alternative Streumittel empfiehlt die Vorsitzende Sand, Splitt oder Asche, nachdem die Gehwege vom Schnee befreit worden sind. "Am Montag gab es keinen Grund Salz zu benutzen", sagt Gisela Ziehm. "Trotzdem streuten viele Bürger und auch Geschäftsleute fleißig Salz."
Besonders auffällig wären schneefreie Flächen auf den Bürgersteigen in der Berliner Straße gewesen. "Selbst vor dem Rathaus traf ich jemanden an, der dort Streusalz verteilte", so die Umweltschützerin.
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