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Steffi Bey 08.12.2013 07:43 Uhr
Red. Bernau, bernau-red@moz.de

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Feldsteine behindern Brückenbau

Zerpenschleuse (MOZ) Für die Wiederschiffbarmachung des Langen Trödels werden drei Brücken und eine Schleuse errichtet. Die Arbeiten sind seit einem halben Jahr im Gang. Jetzt musste allerdings das Einbringen der Spundwände für die Klappbrücke an der B 109 unterbrochen werden. Ursache sind Hindernisse im Baugrund.

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Mit schwerem Gerät: André Keen (l.) und Hermann Deuling von der Firma Hölscher bohren Holzpfähle aus dem 17. Jahrhundert an der alten Schleuse in Zerpenschleuse aus dem Erdreich. Die Stämme stecken etwa zehn Meter tief.

© MOZ/Sergej Scheibe

"Trotz umfangreicher Voruntersuchungen waren diese massiven ,Störungen' nicht vorhersehbar", macht Hans Frodl, Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes "Schnelle Havel" (WBV SH) deutlich. Die Arbeiter sind beim Einbringen der Spundwände auf Feldsteine, Mauerwerk und riesige Wurzeln gestoßen. "Das muss nun erst ausgegraben werden", erklärt der Geschäftsführer.

Ansonsten ist er mit dem Bauablauf des 14-Millionen-Euro-Projektes zufrieden. Mit dem Ausbau der Schleuse wurde im August begonnen. Dort kommen derzeit ebenfalls Spundwände in die Erde und die Grundwasserabsenkung wird vorbereitet. Die Anlage selbst ist ein Neubau. Das Fundament des Vorgängers blieb zwar erhalten, wurde aber zugeschüttet.

Logistisch verlangt die umfangreiche Gesamtmaßnahme den Verantwortlichen schon einiges ab. Schließlich erfolgen die Arbeiten für die beweglichen Brücken an der L 21, der B 109 und an der Forststraße parallel zum Schleusenausbau. "Am weitesten sind wir an der Forstbrücke, sowohl der Betonunterbau als auch die Vorlandbrücke sind fast fertigt", sagt Hans Frodl. An der L 21 wird gerade die Behelfsumfahrung vorbereitet.

Zudem wurden bereits Bäume am Langen Trödel zurückgeschnitten und Totholz entfernt. Das seien beides wichtige Voraussetzungen für die Herstellung der Fahrrinne, berichtet der WBV-Geschäftsführer.

Die Sanierung des Kanals beginnt Ende des zweiten Quartals 2014. Dazu müssen vor allem zwischen der B 109 und der neuen Schleuse große Mengen Schlick und andere Sedimente ausgebaggert werden. "Ziel ist es, das gesamte Vorhaben bis Ende nächsten Jahres fertigzustellen", betont Hans Frodl. Und er fügt hinzu: "Die Einhaltung des Termins ist realistisch, wenn keine unvorhergesehenen Verzögerungen mehr eintreten."

Schon seit mehreren Monaten müssen jedoch Anwohner und Besucher Zerpenschleuses mit Verkehrsbehinderungen leben. Auf Unverständnis stößt allerdings die Reglung, dass aus der Liebenwalder Straße kommende Autofahrer nicht nach links abbiegen können. "Das ist wirklich unmöglich, weil wir riesige Umwege in Kauf nehmen müssen", macht Ortsvorsteherin Margot Ziebarth deutlich. Beschwerden ihrerseits zeigen offensichtlich demnächst Wirkung: "Die Hinweise der Anwohner sollen beachtet werden. In Kürze wird auch ein Linksabbiegen aus der Liebenwalder Straße möglich sein", verspricht Hans Frodl.

Wie berichtet, ist die Wiederschiffbarmachung des Langen Trödels ein langwieriges Projekt, für das es eine "mit vielen Hindernissen gespickte siebeneinhalbjährige Planungsphase gab", so Landrat Bodo Ihrke beim ersten Rammschlag im Juni dieses Jahres.

Fest steht: Der Wassertourismus erhält einen riesigen Schub durch das Projekt. Die Kosten werden aus EU-, Bundes- und Landesmitteln aufgebracht. Zudem kommt Geld von den Kreisen Oberhavel und Barnim sowie den Gemeinden Liebenwalde und Wandlitz.

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