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Fünf Absolventen Angermünder Schulen mit dem Ehm Welk-Stipendium ausgezeichnet

Blumen, Geld und gute Worte

Eric Schwanebeck, Lisa Morgenstern, Florian Robbel, Josephine Böning und Niko Beyer (v. l.) bekamen pünktlich am 133. Geburtstag des Journalisten und Schriftstellers das Ehm Welk-Stipendium.
Eric Schwanebeck, Lisa Morgenstern, Florian Robbel, Josephine Böning und Niko Beyer (v. l.) bekamen pünktlich am 133. Geburtstag des Journalisten und Schriftstellers das Ehm Welk-Stipendium. © Foto: MOZ/Kerstin Unger
Kerstin Unger / 31.08.2017, 07:50 Uhr
Angermünde (MOZ) Fünf Jugendliche sind am Dienstag mit dem Ehm-Welk-Stipendium geehrt worden. Es war die 43. Verleihung, mit der der Ehm Welk-Vermächtnisverein den letzten Willen des Schriftstellers umsetzt.

Die Überraschung liegt schon einige Wochen zurück. Bei den Zeugnisübergaben des Einstein-Gymnasiums und der Ehm Welk-Oberschule wurde den Stipendiaten auch die Einladung zur Feierstunde überreicht. Diese fand, wie seit 43 Jahren, am 29. August, dem Geburtstag Ehm Welks, statt. Im Angermünder Ratssaal hatten Eltern, Vertreter der Schulen, Mitglieder des Vermächtnisvereins und Eckhard Kolle, Vorsitzender der Biesenbrower Vereins "Die Erben von Kummerow" Platz genommen. Als Vertreter des Uckermarklandrates war der 3. Beigeordnete Karsten Stornowski gekommen.

Es werde angesichts so vieler deutschlandweiter Leseangebote von Jahr zu Jahr schwieriger, die Jahresstipendien aus Tantiemen von Ehm Welks Büchern zu sichern, sagte Frank Bretsch in seiner Ansprache. Brunhilde Brose kümmere sich mit ihrem Sachverstand und beständigem Wirken um die Stetigkeit des Geldflusses", sagte der Vorsitzende des Ehm Welk-Vermächtnisvereins. In seiner Rede verdeutlichte er den jungen Leuten die Bedeutung ihrer Heimat Uckermark, der Ehm Welk auch in seinen Büchern ein Denkmal gesetzt hat. Für viele Menschen sei die Uckermark ein selbst gewählter Endpunkt im Leben, Rückzugsort und Ort der Besinnung, aber auch ein Sehnsuchtsort. "Nun ist die Uckermark natürlich nicht nur ein Ankunftsort, sondern mindestens im gleichen Maße auch ein Aufbruchsort, der jährlich eine ganze Reihe Botschafter hinausschickt in die Welt. Und manchmal, wenn ganz viel Glück dabei ist, kehren diese Botschafter wieder auf Dauer nach Hause zurück." Auch die Stipendiaten dieses Jahren seien Botschafter. Sie heben sich ganz in Welks Sinne durch ihre Charaktereigenschaften hervor wie Hilfsbereitschaft, Ehrlichkeit, Verlässlichkeit, Strebsamkeit und die Fähigkeit, anderen Menschen gegenüber sensibel zu sein.

"Natürlich wünschen wir uns, dass Sie die Heimat Ihrer Kindheit in guter Erinnerung behalten und sowohl diese wie auch die Liebe, die Sie hier erfahren haben, in der Fremde weitergeben. Gern sähen wir Sie später hier in der Uckermark wieder, wenn es Lebensplanung und das Leben selbst wollen", so Frank Bretsch.

Nach einem letzten Musikstück von Katharina Glös und Marek Stawniak auf der Flöte und dem Akkordeon, die die Feierstunde musikalisch umrahmten, wurden die Stipendiaten nach vorne gerufen. Eric Schwanebeck und Lisa Morgenstern, Abiturienten des Einstein-Gymnasiums, sowie Josephine Böning, Nico Beyer und Florian Robbel, Schulabgänger der Ehm Welk-Oberschule nahmen dann die Glückwünsche, Blumen und je 600 Euro in bar entgegen.

Sie hatten bisher die Zeit zwischen Schulzeit und Lehr- oder Studienbeginn noch einmal genossen. Erik beginnt demnächst ein Lehramt-Studium in den Richtungen Biologie und Geografie in Potsdam. Lisa wird Erziehungswissenschaften in Erfurt studieren. Sie hat sich mit Ferienarbeit noch etwas Geld verdient. Beide freuen sich über das Stipendium. "Für das Studium können wir jeden Euro gebrauchen", meinte Eric Schwanebeck.

Josephine Böning und Nico Beyer wollen am Oberstufenzentrum in Eberswalde beziehungsweise in Schwedt ihr Abitur machen. Nico möchte anschließend gerne Medizin studieren. Josephine ist noch unentschlossen, wohin ihr beruflicher Weg sie einmal führen wird.

Bei Florian Robbel hingegen ist schon alles klar. Er beginnt jetzt eine Lehre als Industriemechaniker bei PCK und wird zur Freude von Mutti Katja in der Region bleiben. Sie war am Dienstag total stolz auf ihren Sohn. "Das hast du gut gemacht", meinte sie. Die 600 Euro wird Florian auf die hohe Kante legen für den Führerschein oder eine eigene Wohnung. Er hatte von der besonderen Auszeichnung übrigens per Handynachricht erfahren, denn bei der Abschlussfeier lag er im Krankenhaus.

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