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Matthes, Ina 05.02.2014 07:38 Uhr - Aktualisiert 05.02.2014 13:00 Uhr
Red. ,

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Höchster Berg der Welt in 3D vermessen

Strausberg (MOZ) Der Mount Everest ist auch für Flieger kein einfacher Berg: Beim ersten Versuch, seine Gletscher mit einem in Brandenburg gebauten Motorsegler zu überfliegen, musste die Expedition noch den Motor zu Hilfe nehmen. Doch in einem weiteren Anlauf schaffte es Pilot Klaus Ohlmann, allein mit Hilfe der Aufwinde am höchsten Berg der Erde zu segeln. Dabei nutzte die Crew besondere Luftströmungen, sogenannte Mountain Waves oder Schwerewellen, um an Höhe zu gewinnen. "Trotz Windgeschwindigkeiten am Everestgipfel um 100 Kilometer pro Stunde waren die Bedingungen ideal", berichtete Pilot Ohlmann.

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Klaus Ohlmann (l.) und René Heise in einem Stemme-Motorsegler aus Strausberg, mit dem sie über den Himalaya flogen

© Mountain Wave Project

Fotostrecke

Mit dem Segelflieger über den Everest

Niedlich, weiß und wuschelig - Knut zog im Jahr 2007 die Berliner und später die ganze Republik in seinen Bann.  

Mountain-Wave-Expedition fliegt mit zwei Motorseglern aus Strausberg über den Himalaya. Dabei wurde unter anderm der Mount Everest in 3D kartiert. © / Mountain Wave Project

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Die Moutain-Waves-Expedition hat nicht nur fliegerische Rekorde aufgestellt, sondern auch bisher einzigartige wissenschaftliche Daten gesammelt. Mit einer neuen 3D-Kamera, die am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt wurde, nahm die Crew um den Berliner Expeditionsleiter René Heise die nepalesische Everest-Region auf. "Die Piloten haben großartige Arbeit geleistet", so Jörg Brauchle vom DLR in Berlin.

Mit den Daten wollen die DLR-Forscher am Computer ein neues, sehr genaues Modell der Everest-Region erstellen, mit einer Auflösung von 15 Zentimetern pro Bildpunkt. Auf diese Art werden sie das Khumbu-Tal, eine von großen Flüssen durchzogene Region, mit den anschließenden Gletschern modellieren. Besonders wichtig ist Darstellung der steilen Hangabschnitte. Denn mit bloßem Auge sind sich anbahnende Hangrutsche und Gerölllawinen dort kaum erkennbar. Die Erkenntnisse aus den Flügen sollen helfen, die Gefahren von Hangrutschen und Überschwemmungen besser zu erkennen. Schmelzen Gletscher bilden sich oft Seen, eingeschlossen von Eisdämmen des Gletschers. Brechen diese Dämme, kommt es zu plötzlichen, gewaltigen Überschwemmungen. Immer wieder verlieren Menschen in Nepal durch solche Naturkatastrophen ihr Leben.

Die deutsche Spezialkamera kann einen Sichtbereich von 120 Grad darstellen. Sie nimmt deshalb steile Hänge besonders detailliert auf. Das Gerät musste dabei in 8000 Meter Höhe Temperaturen bis minus 35 Grad aushalten.

Aber nicht nur das Gelände wurde vermessen. Die Crew untersuchte auch die Luftverschmutzung. Zugleich analysierten die Forscher die Belastungen, denen der menschliche Körper bei Flügen in 9000 Meter Höhe ausgesetzt ist.

Die Expedition, an der auch die FAchhochschule Aachen beteiligt war, nutzte für ihre Flüge zwei von der Strausberger Firma Stemme hergestellte Motorsegler. "Die Stemme erwies sich in der extremen Hochgebirgsregion als stabiles und sicheres Forschungsflugzeug." lobt René Heise. Das Flugzeug hat sehr gute Segelflugeigenschaften. Damit sei es auch in der zerklüfteten Region bei einem Motorausfall möglich, einen Landeplatz zu erreichen.

Die Expedition kam allerdings erst nach einigen Schwierigkeiten in Gang. Bereits im Oktober war die Crew von Deutschland aus gestartet. Im November kam das Team nach 14-tägigem Flug in Nepal an, doch erst im Dezember konnten erste Flüge unternommen werden. Das Mountain-Wave-Team war mitten in die Parlamentswahl in Nepal geraten, die das Land lähmte, wie Jörg Brauchle in seinem Blog schildert. Deshalb verzögerten sich Genehmigungen, die die Forscher im Land einholen mussten. Auch das benötigte Flugbenzin war in einem der ärmsten Länder der Welt plötzlich nicht mehr aufzutreiben. Es musste erst aufwendig in Belgien bestellt und über Kalkutta und Kathmandu in die Bergregion transportiert werden.

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