Der Naturschutzbund . Bereits im Oktober 2009 hatte es eine Stellungnahme der Stadt zum Entwurf des Landesstraßenbedarfsplans gegeben. Der sieht den Bau einer östlich von Hennickendorf und Strausberg verlaufenden Ortsumgehung sowie einer sogenannten Südspange vor. In einem Schreiben an den Landesbetrieb Straßenwesen sprach Bürgermeister Hans Peter Thierfeld von "Schlüsselmaßnahmen der verkehrlichen Situation Strausbergs" und verwies darauf, dass diese mit den Landkreisen MOL und LOS, Frankfurt (Oder) und den elf Gemeinden im Zukunftsraum östliches Berliner Umland abgestimmt seien.
hat eine ganz andere Sicht. "Wichtig für Strausberg mit stagnierenden bzw. zurückgehenden Einwohnerzahlen sind keine neuen Straßen, die die Abgas-, Lärm- und Feinstaubbelastungen nur verlagern, sondern Maßnahmen, die die Anwohner entlasten und den Straßenverkehr wirklich reduzieren", sagt Andreas Fuchs vom Nabu. Er hält "die Meinung von Bürgermeister und Verwaltung" für "etwas dünn" und glaubt, dass es in der Stadt durchaus eine Vielzahl gegenteiliger Ansichten gibt. Schließlich würde die derzeit in der Diskussion befindliche Trassenführung der Südspange die Stadt entlang der Wohnhäuser am Marien- berg, der Herrenseeallee, der Kleingartenanlage Wiesengrund und der Siedlung Fasanenpark zerschneiden und ein zukünftiges Wasserschutzgebiet mit Trinkwasserbrunnen gefährden. Südspange und die Umgehung um Hennickendorf führten durch Landschaftsschutzgebiete sowie in unmittelbarer Nähe an Naturschutzgebieten vorbei und könnten zusätzlichen Schwerlastverkehr unter Umgehung der Autobahnmaut provozieren.
Für hilfreicher hielte der Nabu den 20-Minuten-Takt der S-Bahn, eine Verbesserung der Regionalbahn-Anbindung - am besten bis ins Berliner Zentrum-, eine attraktivere Radwegeverbindung längs durch Strausberg sowie partielle Verbesserungen bestehender Straßenverbindungen.
Deshalb will er vom Ministerium für Infrastruktur die ersatzlose Streichung der beiden Projekte fordern. Die für beide Maßnahmen angesetzten Kosten in Höhe von fast 16 Millionen Euro könne Brandenburg dann für sinnvollere Investitionen einsetzen, so Fuchs.
Da aus Sicht der Naturschützer "die Zeit drängt", will sich der Nabu bei seiner Sitzung am Mittwoch um 19 Uhr im Restaurant "Zur alten Stadtmauer" der Thematik annehmen. Wer sich dafür interessiert, sei ebenfalls willkommen, sagte Fuchs.
Näheres zur Straßenplanung unter www.mil.brandenburg.de; dort Landesstraßenbedarfsplan als Suchbegriff eingeben
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