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Linke wollen den OB stellen

. Die Linke nominierte am Sonnabend auf einer Mitgliederversammlung Stefan Ludwig einstimmig zu ihrem Kandidaten für die OB-Wahlen. Kreischef Rene Wilke kündigte als Unterstützung für Stefan Ludwig den best organisiertesten Wahlkampf, den die Partei in Frankfurt je geführt hat, an.

Stefan Ludwig stellte fest, dass seine Nominierung zwar etwas später als eine andere erfolge, doch dafür gehe er als erster Kandidat mit einer Programmatik ins Rennen. "Martin Wilke hat bisher kein Programm der ihn tragenden fünf Parteien und Initiativen", hatte bereits zuvor Rene Wilke angemerkt. Stefan Ludwig verwies dagegen auf die Eckpunkte des "Programms für Frankfurt" der Linken. Er forderte unter anderem in der Haushaltspolitik einen Strategiewechsel. Zuerst müsse man die zentralen Standort-Schwerpunkte festlegen und dann das Geld dafür bereitstellen und an anderen Stellen dann auch sparen. Das erfordere aber auch, über die Einnahmesituation neu nachzudenken und nicht nur auf die Ausgaben zu starren. Dies schließt für Stefan Ludwig ein effizienteres Wirtschaften der kommunalen Unternehmen und damit höhere kommunale Einnahmen ein, "Der Erhalt der Handlungsfähigkeit von Unternehmen mit städtischer Beteiligung wird zur Chefsache eines linken OB", heißt es im Wahlprogramm. Stefan Ludwig will daher die Beteiligungssteuerung der Stadtverwaltung direkt beim OB ansiedeln. Der studierte Wirtschaftsjurist verwies darauf, dass in seiner Amtszeit als Bürgermeister die Wohnungsbaugesellschaft in Königs Wusterhausen die erste in Brandenburg war, die als saniert galt.

Für Stefan Ludwig muss Frankfurt zum Motor in der Region werden. "Frankfurt ist und bleibt Oberzentrum für Ostbrandenburg. Doch das muss spürbar werden", sagte er. Die Potenziale durch die Nachbarschaft mit Polen begünstigten zugleich die Stadtentwicklung. Für ihn sei es selbstverständlich, dass es in Frankfurt und Slubice mal einen gemeinsamen öffentlichen Nahverkehr geben muss. "Ob die Straßenbahn oder der Bus das sinnvollste ist, wird man sehen", sagte er. Er werde im Wahlkampf nichts versprechen, aber sage zu, alles was es wert sei, werde auch geprüft und dann entschieden. "Mit dem MMM - man müsste mal - muss es aufhören", sagte der 42-Jährige. Stefan Ludwig betonte, dass Frank Hammer, der zunächst als Einzelkandidat antreten wollte, ihn im Wahlkampfteam unterstützen und beraten wird.

"Wer in Frankfurt ein Weiter-So will, der kann einen Bewerber wählen, der von denjenigen, die für die gegenwärtige Schieflage der Stadt verantwortlich sind, unterstützt wird", betonte Stefan Ludwig. Wer etwas anderes wolle, müsse andere Kandidaten prüfen. "Wer mehr will, wer Veränderung hin zu einer gedeihlichen Entwicklung für unsere Stadt will, muss mich als Kandidaten der Linken wählen", warb er.

Landeschef Thomas Nord unterstellte Martin Wilke, dass dieser auch die Blockade in der Stadtpolitik aufbrechen will. Martin Wilke wird von SPD, CDU, FDP, Bürgerbündnis und Frauen für Frankfurt unterstützt. Thomas Nord äußerte jedoch den Verdacht, dass es den Parteien allerdings vor allem darum ginge einen linken Oberbürgermeister zu verhindern. Thomas Nord sieht in Stefan Ludwig einen der profiliertesten Politiker Brandenburgs. "Einer unserer Besten für Frankfurt. Damit Frankfurt künftig seiner Rolle in Brandenburg besser gerecht werden kann", warb der Linken-Landeschef für Stefan Ludwig. Damit sei ein klares Signal verbunden: "Wir wollen in Frankfurt den Oberbürgermeister stellen."

Rene Wilke kündigte einen intensiven Wahlkampf an. Dafür stehe ein Etat von 25 000 Euro zur Verfügung. Bei den Kommunalwahlen seien es 8000 Euro gewesen, sagte Rene Wilke am Rande der Veranstaltung. Die Landespartei steuert, ergänzte Thomas Nord, zunächst 10 000 Euro bei.

Stefan Ludwig erklärte, dass es laut Bescheid der Birthler-Behörde bei ihm keine Hinweise auf Zusammenarbeit mit der Stasi gibt. "Und ich sage: Ich habe mit der Stasi nicht zusammengearbeitet", ergänzte er. Stefan Ludwig kündigte an, dass er sich in Frankfurt eine Wohnung nehmen wird. Der familiäre Mittelpunkt würde jedoch zu Beginn seiner Amtszeit zunächst Königs Wusterhausen bleiben. Die Umschulungen von drei schulpflichtigen Kindern müsse dabei mit bedacht werden. Stefan Ludwig ist verheiratet und hat vier Kinder.

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