Eisenhüttenstadt . Nachholbedarf in Sachen Berufsvorbereitung während der Schulzeit sieht Wolf-Harald Krüger, Präsident der Handwerkskammer Frankfurt (Oder) Region Ostbrandenburg. "Schulen müssen neben der Grundausbildung noch aktiver werden, was die Berufsausbildung betrifft", sagte er gestern während eines Besuches bei der Heckmann Stahl- und Metallbau Ost GmbH in Eisenhüttenstadt. Viele Jugendliche würden keine Ausbildung finden, weil sie schlicht keine Vorstellung von einem möglichen Beruf haben. "Wir dürfen aber keinen einzigen Schüler hängenlassen", betonte Krüger, der unter anderem an die positiven Effekte des einstigen Unterrichtsfachs "Produktive Arbeit" (PA) erinnerte. Bezüglich der Vorbereitung aufs Berufsleben gebe es jedenfalls einige Dinge, die man künftig von oben anpacken müsse, um sie durchzusetzen, sagte er auch in Richtung Politik. Aber natürlich bräuchten die Schulen auch engagierte Partner in der Wirtschaft.
Als solcher Partner hat sich Heckmann in den vergangenen Jahren in Eisenhüttenstadt und darüber hinaus etabliert. Mit drei Schulen aus der Stahlstadt und mit einer Schule aus Groß Lindow arbeite man zusammen, bestätigte Geschäftsführer Eberhard Kirsch. Gestern nahmen beispielsweise die Groß Lindower Grundschüler das Metallbau-Unternehmen unter die Lupe. Diesen eintägigen Schnupperkurs lobte auch Brieskow-Finkenheerds Amtsdirektor Danny Busse, der die Gelegenheit nutzte und sich selbst vor Ort ein Bild machte. Auf diese Art und Weise würde man die Schüler lebensnah an das Thema Wirtschaft heranführen, sagte er.
"Das, was hier läuft, ist wirklich erwähnenswert und könnte Schule machen", findet Wolf-Harald Krüger, der sehr erstaunt war, als ihm Eberhard Kirsch vom großen Interesse am Tag der offenen Tür in seinem Unternehmen berichtete, das 2009 von Ministerpräsident Matthias Platzeck mit dem Ausbildungspreis geehrt wurde. Doch so ein zentraler Tag allein reiche eben nicht aus, um junge Leute nachhaltig aufs Berufsleben vorzubereiten, findet Krüger.
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