Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

1. Mai-Demonstration in Kreuzberg: Gewalt nicht ausgeschlossen

Im Berliner Stadtteil Kreuzberg: Ein Plakat mit dem Aufruf zur "Revolutionären 1. Mai Demo".
Im Berliner Stadtteil Kreuzberg: Ein Plakat mit dem Aufruf zur "Revolutionären 1. Mai Demo". © Foto: dpa
dpa / 29.04.2014, 15:25 Uhr
Berlin (dpa) 1987 eskalierte in Kreuzberg zum ersten Mal nach einem Fest am 1. Mai die Gewalt. Zwar ging die Heftigkeit der Angriffe auf die Polizei im Laufe der Jahre zurück. Aber bei dem Thema lavieren die Demo-Veranstalter auch in diesem Jahr wieder herum.

Berlin (dpa/bb) - Zwei Tage vor dem 1. Mai rechnen die Veranstalter der traditionellen linksradikalen Demonstration in Berlin-Kreuzberg nicht mit einem ganz friedlichen Verlauf des Abends. Zerstörte Scheiben von Banken oder andere Formen der Sachbeschädigung seien nicht auszuschließen, sagte am Dienstag bei einer Pressekonferenz einer der Organisatoren, der sich Peter Müller nannte. Die Veranstalter betonten gleichzeitig den politischen Charakter ihrer Demonstration, die vom Lausitzer Platz zur SPD-Bundeszentrale führen soll.

Die Grünen riefen alle Demonstranten und Protestierenden zur Friedfertigkeit auf. "Gewalt und Ausschreitungen haben in unserer weltoffenen, bunten Metropole keinen Platz", erklärte die Berliner Fraktionsvorsitzende Ramona Pop mit.

Bereits am Mittwochabend wird eine linke Demonstration mit mehreren tausend Teilnehmern durch Wedding ziehen. Vorrangig geht es dabei um Protest gegen steigende Mieten und Verdrängung. Die Polizei geht davon aus, dass es wie in den vergangenen Jahren friedlich bleibt.

Zu der sogenannten Revolutionären 1. Mai-Demonstration um 1. Mai um 18.00 Uhr werden dann mehr als 10 000 Teilnehmer erwartet. Am Rande oder nach der Demonstration war es in der Vergangenheit immer wieder zu Gewaltausbrüchen gekommen.

Auch am Samstag griffen nach der Blockade einer Neonazi-Kundgebung einige Linksautonome die Polizei mit Stein- und Flaschenwürfen sowie Rauchbomben an. Die Randale dauerte jedoch nur kurz. Insgesamt ging die Heftigkeit der Gewalt in den vergangenen Jahren zurück.

Die Berliner Polizei wird von Ordnungshütern aus neun Bundesländern und vom Bund unterstützt, so dass 7000 Polizisten im Einsatz sind. Auf kurze Krawalle sei man eingestellt, hieß es in den vergangenen Tagen.

Michael Prütz vom Demonstrations-Bündnis sagte mit Blick auf die politischen Ziele am 1. Mai: "Wir sind nicht die Vorlage für erlebnishungrige Easyjet-Touristen in Kreuzberg." Die "kämpferische und militante Demonstration" habe klare politische Ziele und richte sich gegen Kapitalismus, steigende Mieten und Verdrängung. "Militant heißt nicht, steinewerfend durch die Straßen zu ziehen."

Sein Mitorganisator, der mit Sonnenbrille und dem Pseudonym Peter Müller auftrat, meinte: "Das Problem ist, dass das Gewaltmonopol vom Staat ausgeht, so dass wir natürlich nicht bereit sind, in der jetzigen Situation dieses Gewaltmonopol zu akzeptieren." Es sei nicht auszuschließen, "dass der eine oder andere Hass gegen Banken zum Tragen kommt".

Von der Polizei verlangte er, eine Erklärung zum Gewaltverzicht zu unterschreiben. Gleichzeitig räumte er ein, dass die Polizei sich etwa im vergangenen Jahr zurückgehalten habe. Im Demonstrationsaufruf wird von den Teilnehmern ausdrücklich der Verzicht auf Alkohol und Drogen gefordert.

Kreuzberg bereitet sich unterdessen auf das große Straßenfest mit Zehntausenden Besuchern vor. In den nächsten Tagen werden zahlreiche Musikbühnen aufgebaut. Ab Donnerstagmorgen dürfen für 24 Stunden keine Autos mehr in der Oranienstraße und den umliegenden Gebieten parken. Glasflaschen sollen nicht verkauft werden. Vor der SPD-Zentrale am Halleschen Tor standen am Dienstag schon die Absperrgitter für die Demonstration am Donnerstag bereit.

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG