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09.02.2010 19:31 Uhr

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Gefahr durch vereiste Hydranten

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Fürstenwalde: "Der Winterdienst hat den Schnee auch in Fürstenwalde auf die Bürgersteige geschoben, wo meist auch die Hydranten stehen", sagt Fürstenwaldes Feuerwehrchef Jörn Müller und fügt gleichzeitig hinzu: "Aber das ist in erster Linie nicht das Problem der Feuerwehr." Woran er denken muss: "Es kann jeden Tag passieren" - dass nämlich ein Hydrant gebraucht wird, aber nicht zugänglich ist. "Wir haben in der Regel keine Wünschelrute dabei", sagt Müller mit einem Anflug von Sarkasmus. Zwar schicke die Feuerwehr immer ein Tanklöschfahrzeug mit, aber mit den 4000 bis 5000 Liter Wasser, die darauf sind, kommt die Feuerwehr im Brandfall nur begrenzte Zeit aus. "Und 50 Zentimeter oder auch einen Meter Schnee wegräumen, um an den Hydranten zu kommen, bereitet uns schon Schwierigkeiten", sagt Müller - ganz abgesehen davon, dass es im Ernstfall immer auch um die Zeit geht, die so etwas dauert.

Woltersdorf Etwa 500 Hydranten gibt es auf dem Territorium der Gemeinde am Berliner Rand. "Eigentlich müssten sie, weil sie im Gehwegbereich stehen - wie es Pflicht ist - durch die Anwohner freigehalten werden", unterstricht Ralph Utecht, Chef der Freiwilligen Feuerwehr des Ortes auf nachfrage. Aber an vielen Stellen seien Hydranten derzeit unter Schneehaufen und Eis verschwunden. "Wir haben deshalb derzeit auf unserem Löschfahrzeug einen Propangas-Brenner deponiert, um im Notfall in kürzester Zeit Eis auf Gehwegen auftauen zu können." Ungeachtet dessen rät Utecht den Bürgern, schon im eigenen und im Interesse der Nachbarn, dafür zu sorgen, dass der Hydrant vor der Haustür auch bei Schnee und Eis frei zugänglich ist. "Das müsste selbstverständlich sein, wie man ja auch darauf achtet, dass die Einfahrt zum Grundstück frei bleibt."

Amt Odervorland: "Die Hydranten, die auf Trinkwasserleitungen sitzen, werden im Herbst von der Feuerwehr winterfest gemacht", erklärt Ines Leischner vom Ordnungsamt in Briesen. Dann aber sind die Anlieger gefordert. "In der Straßenreinigungssatzung des Amtes Odervorland ist festgelegt, dass sowohl die Einläufe in Entwässerungsanlagen, als auch die Hydranten von den Grundstücksanliegern von Eis und Schnee frei zu halten sind", so Ines Leischner weiter. Da wo es keine Anlieger gibt kümmern sich die Feuerwehr oder die Gemeindearbeiter darum.

Schöneiche: "Es ist festzustellen, dass die wenigsten Anwohner ihrer Pflicht nachkommen, die Hydranten freizulegen", beklagt sich in diesem Zusammenhang der Schöneicher Wehrführer Sven Majewski. Seine Kameraden haben in den vergangenen zwei Tagen die Hydranten im Bereich wichtiger öffentlicher Einrichtungen wie Schulen und Einkaufsmärkten kontrolliert bzw. freigelegt. Majewski appelliert dringend an alle Grundstücksbesitzer, dies vor ihrem Zaun ebenfallszu tun.

Amt Scharmützelsee: Ordnungsamtsleiter Jürgen Knuth appelliert ebenfalls, an Grundstückseigentümern, ihren Anliegerpflichten nachzukommen. "Es reicht nicht, nur zu schieben oder zu streuen. Die Hydranten müssen ausdrücklich freigehalten werden." Bei einem Brandeinsatz würde jede Minute zählen. Verstärkt würde das auch kontrolliert, nicht aber unbedingt sofort geahndet. "Wir wissen, wie schwierig die Bedingungen sind."

Amt Spreenhagen "Alle Wehren in unserem Bereich besitzen konkrete Pläne, wo sich die Hydranten für den Notfall befinden", erklärt Spreenhagens Ordnungsamtschef Rainer Miethe. Allerdings sieht er ein weiteres Problem: Der Wasser- und Abwasserzweckverband Fürstenwalde und Umland, dem die Hydranten gehören, habe vor Jahren in einem Schreiben klargestellt, dass nicht die Feuerwehren diese Wasserentnahme-Stellen kontrollieren, sondern sie als Wasser-Unternehmen dafür zuständig sind. "Machen wir die Hydranten frei und es geht was kaputt, bekommen wir die Rechnung", so Miethe.

So nutzen die Freiwilligen Feuerwehren im Amt die Hydranten nur im absoluten Notfall. Stattdessen benutzen sie Löschwasserbrunnen, aus denen mit einer Pumpe das Wasser ansaugt wird. "Wir haben genügend Brunnen von Rauen bis Neu Zittau. Ihr Zustand wird auch regelmäßig von den Kameraden der Feuerwehr kontrolliert", hebt Ordnungsamtschef Miethe hervor.

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