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Herz-Dame fordert drei Buben

. Prenzlau Die Karten sind gelegt: Eine Dame und drei Buben bewerben sich um das höchste Amt der Uckermark. Wer das Spiel gewinnt, bleibt spannend bis zum letzten Trumpf. Doch der Wahlkampf dümpelt vor sich hin. Dabei sind es nur noch wenige Tage. Die Märkische Oderzeitung will genauer wissen, wer welches Blatt aufdeckt.

Plakate hat bisher nur ein Kandidat kreisweit aufgehängt. Dafür unübersehbar. Der Unterbezirksvorsitzende Frank Bretsch (SPD) will "ackern" für die Uckermark. Er besucht Unternehmen, holt Minister und diskutiert mit Wählern auf eigener Internetseite. Mit den Gegenspielern sieht das schon etwas dürftiger aus. Ihnen bleiben nur noch wenige Tage, um die Gunst des Wahlvolks zu erringen. Karina Dörk (CDU) - einzige Frau in der Herrenrunde - ist vor allem in der Ostuckermark weniger bekannt. Ex-Landrat Klemens Schmitz (parteilos) hatte angekündigt, keine eigene Straßenwerbung zu betreiben. Und Kreistagsvorsitzender Roland Resch (parteilos) übt sich bisher ebenso in Zurückhaltung.

Um den Politikern wenigstens persönlich in die Augen zu schauen, haben die Angermünder Senioren die Landratskandidaten auf eigene Faust eingeladen. Neue Form der Demokratie: Die Wähler bemühen sich nun selbst um die politischen Positionen der Bewerber. Dabei dürfte es an Themen nicht mangeln. Denn der neue Landrat steht vor brisanten Herausforderungen. Der Kreis hat Schulden, verliert Einwohner, muss seine Wirtschaft anleiern, an seinem Image feilen und mit der deutschlandweit höchsten Arbeitslosigkeit umgehen.

Hinzu kommt ein streitbarer Kreistag, der sich gerade in jüngster Vergangenheit eine Provinzposse mit seinen ständig veränderten Beschlüssen über eine Direktwahl geleistet hat. Ganz sicher würden einige Kreistagsabgeordnete es lieber sehen, wenn mangels Wahlbeteiligung der neue Landrat doch über das Kreisparlament bestimmt würde.

Unabhängig von allen Prognosen will die Märkische Oderzeitung die vier Landratsbewerber auf Herz und Nieren testen. In zwei öffentlichen Podiumsrunden in Angermünde und Schwedt sollen sie Farbe bekennen. Das Quartett hat damit gleichzeitig Gelegenheit, die Fragen von Bürgern zu beantworten. Welchen politischen Einfluss hat ein Landrat überhaupt noch oder ist er nur noch Marionette einer Landesverwaltung? Was muss er unternehmen, um den Untergang der Uckermark zu verhindern? Geht es nur noch darum, den Mangel zu bürokratisieren? Wer sucht nach Alternativen gegen Arbeitslosigkeit, Finanznot und Leerstand? Aber auch Kulturförderung, Schulschließungen, Windenergie und polnische Atomkraftideen an der Grenze spielen eine Rolle. MOZ-Leser sind aufgerufen, Fragen zu stellen und die Kandidaten zu testen.

Das erste Podiumsgespräch mit den Landratsbewerbern findet am 15. Februar ab 19 Uhr im Saal des Angermünder Rathauses statt. Die zweite Gesprächsrunde beginnt am 18. Februar, ebenfalls um 19 Uhr, im Foyer der Uckermärkischen Bühnen Schwedt. Dort moderieren Dietmar Rietz, MOZ-Redaktionsleiter, und Ubs.-Intendant Reinhard Simon.

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