Berlin . Die drei Bauhaus-Institutionen in Deutschland planen für 2009 erstmals eine gemeinsame Ausstellung in Berlin. Unter dem Titel "Modell Bauhaus" zeigen das Bauhaus-Archiv Berlin, die Stiftung Bauhaus Dessau und die Klassik Stiftung Weimar vom 22. Juli bis 4. Oktober 2009 im Martin-Gropius-Bau eine Schau zur Geschichte und Wirkung des Bauhauses. Anlass ist der 90. Jahrestag der Gründung des Staatlichen Bauhauses 1919 in Weimar. Nach der Präsentation in Berlin ist die Schau im Museum of Modern Art in New York zu sehen.
Der Direktor der Stiftung Bauhaus Dessau, Omar Akbar, sagte am Mittwoch in Berlin, das Thema Bauhaus habe noch immer "nicht an Aktualität eingebüßt". Nach Angaben der Direktorin des Bauhaus-Archivs Berlin, Annemarie Jaeggi, werden sowohl Exponate aus den eigenen Sammlungen der deutschen Einrichtungen präsentiert als auch Leihgaben aus den USA und Europa.
Dargestellt werden soll die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, in der sich die Künstler zusammenfanden und die Ideen des Bauhauses entstanden. Zudem befasst sich die Ausstellung mit den Meistern des Bauhauses, die zum großen Teil Maler und Bildhauer waren. Ferner geht es um die konkrete Arbeit am Bauhaus in den sogenannten Vorkursen sowie in den Werkstätten. Die Schau wird auch erklären, wie sich die Ausrichtung des Bauhauses unter den Direktoren Walter Gropius, Hannes Meyer und Ludwig Mies van der Rohe unterschied.
Weitere Aspekte sind das Bauhaus und der Nationalsozialismus, die Wege der Bauhaus-Schüler und Lehrer ins Exil sowie die Produktkarrieren von Bauhaus-Möbeln und Designobjekten seit den 60er Jahren. Den Angaben zufolge emigrierten "Bauhäusler" nicht nur nach Nordamerika, sondern auch in die damalige Sowjetunion, nach Südafrika, Australien und sogar in die Türkei.
Jaeggi sagte, das Bauhaus solle nicht nur in der Zeit zwischen der Gründung 1919 und der Schließung 1933 betrachtet werden, sondern als Idee, die über diese Zeit hinaus und über die Kontinente hinweg ging. Mit Blick auf den Streit um die Werke des Bauhaus-Künstlers Oskar Schlemmer (1888-1943) sagte die Bauhaus-Archiv-Direktorin, sie sehe noch keine Gefährdung für die geplante Ausstellung.
Der Nachlass des Malers und Bildhauers Schlemmer ist durch einen seit Jahren schwelenden Erbstreit bedroht. Es droht eine Zwangsversteigerung, wenn sich die Erben nicht auf einen Umgang mit dem Nachlass einigen. Ausstellungen mit Werken Schlemmers sind schwierig, weil das Einverständnis aller Erben vorliegen muss. Mögliche Konsequenzen für die Berliner Schau sind den Angaben zufolge jedoch noch nicht absehbar.
Die ab 8. November 2009 am Museum of Modern Art (MoMA) in New York gezeigte Ausstellung wird dort etwas kleiner präsentiert.
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