Hannover . Die geplante Steuerreform der Bundesregierung könnte die evangelische Kirche teuer zu stehen kommen. Die evangelischen Kirchen in Deutschland hätten im vergangenen Jahr rund 4,6 Milliarden Euro Steuern eingenommen, sagte die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, der Hannoverschen "Neuen Presse" (Samstagausgabe) laut Vorabbericht. "Wenn die Pläne so verwirklicht werden, wie derzeit angekündigt, würden uns möglicherweise 500 Millionen Euro wegbrechen, also deutlich mehr als zehn Prozent", sagte Käßmann.
Die Hannoversche Landesbischöfin betonte, die Kirche wolle weiter Tariflöhne zahlen und betriebsbedingte Kündigungen vermeiden. "Wenn diese Steuerreform käme, gerieten manche Arbeitsbereiche in arge Bedrängnis. Viele unserer Einrichtungen arbeiten ohnehin schon an der Grenze zur Insolvenz", sagte Käßmann. In Deutschland ist die Kirchensteuer an die Einkommenssteuer gebunden.
Käßmann forderte die christlich-liberale Bundesregierung zu einem Kurswechsel auf. "Wir appellieren an die Bundesregierung, auf die Steuersenkungen zu verzichten. Nicht nur unseretwegen - sondern wegen der Menschen, die unsere sozialen Einrichtungen dringend brauchen", sagte sie. Eine Erhöhung der Kirchensteuer schloss die EKD-Ratsvorsitzende aus. "Ich bin dankbar für jeden Menschen, der als Mitglied diesen Beitrag leistet, diese Bereitschaft darf nicht überstrapaziert werden", sagte sie.
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