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Biogas-Anlage verschmutzt die Schorfheide

Naturschutzgebiet in Gefahr: In Hessenhöhe bei Joachimsthal verschmutzt eine Biogas-Anlage das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin.
Naturschutzgebiet in Gefahr: In Hessenhöhe bei Joachimsthal verschmutzt eine Biogas-Anlage das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. © Foto: MOZ/Daniela Windolf
dpa/MOZ / 02.08.2014, 10:26 Uhr - Aktualisiert 02.08.2014, 12:34
Potsdam (dpa/MOZ) Umweltschädlicher Abfall aus einer Biogas-Anlage belastet das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin in der Uckermark. Der Betreiber der Anlage in Hessenhöhe (Gemeinde Temmen-Ringenwalde, unweit von Joachimsthal) habe die wasserrechtlichen Genehmigungsauflagen nicht erfüllt, sagte Brandenburgs Umweltministerin Anita Tack (Linke) auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen-Fraktion im Landtag. Die zuständige Wasserbehörde prüfe, ob die Anlage stillgelegt werden muss.

Die Verstromung von Biogas gilt eigentlich als umweltfreundlich. Bundesweit wurden dafür in den vergangenen Jahren viele Anlagen gebaut. Diejenige in Hessenhöhe wurde 2006 genehmigt. Nun stellte die Landeswald-Oberförsterei Strafanzeige, weil aus der Anlage permanent flüssige Abfallstoffe unter anderem in ein angrenzendes Naturschutzgebiet, abflossen. Die Wasserbehörde entnahm daraufhin Proben aus den umliegenden Gewässern und stellte nach Angaben der Grünen eine "signifikante Überschreitung" der Grenzwerte von Nährstoffen wie Phosphate und Stickstoff fest.

Erst vergangene Woche hatte nach einer Havarie in einer Biogas-Anlage in Groß Pankow (Prignitz) die Staatsanwaltschaft Neuruppin ein Strafverfahren wegen Bodenverunreinigung eingeleitet. Dort löste sich an einem Gärbehälter ein Notentleerungsstutzen. Circa 3000 Kubikmeter Gärschlamm traten aus.

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Wachrufer 24.08.2014 - 23:29:33

Sag ich doch auch seit langem!

Wählt im September eimal was anderes! Einmal nicht den Einheitsbrei, sondern neue Leute in die Ämter! AfD und BVB Freie Wähler !

Normann Kublik 02.08.2014 - 17:17:24

Ein Wunder

Als LUGV -Geschädigter komme ich aus dem Staunen nicht mehr heraus. Bei uns wurde im Dorfgebiet (Wohngebiet) eine Biogasanlage gegen den Willen der Mehrheit der Bevölkerung genehmigt, obwohl zentrale Auflagen bisher erst gar nicht erfüllt worden sind. Da fragt man sich schon, wenn es solche Erfahrungen gibt, warum dann die Genehmigung im vorauseilenden Gehorsam für Bremsdorf erteilt wurde. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Vielleicht setzt man sich ja mal ausnahmsweise konstruktiv mit dem Widerspruch des zuständigen Amtes auseinander. Man sollte seitens der Behörde nicht so tun, als wäre man für das entstehen solcher Missstände nicht mitverantwortlich. Für Bremsdorf weiß man in der Behörde seit Anfang der Neunzigers Jahre , dass schon das Betreiben der Schweinemastanlage gegen die vom LUGV selbst erlassenen Auflagen verstößt! Da kam man übrigens zu einer besonders dubiosen Lösung, der Passus der die Obergrenze für die Geruchsbelästigung in der Betriebsgenehmigung regelte, wurde durch den zuständigen Abteilungsleiter im Ministerium einfach für nichtig erklärt. (Siehe Akte zum Genehmigungsverfahren der Biogasanlage) Das geschah, obwohl sich über die Jahre viele Bürger beim LUGV über den Gestank beschwert hatten. Uns wurde dann immer wieder durch einen Mitarbeiter des LUGV ein angebliches Gutachten präsentiert nachdem alles in bester Ordnung sei! Kein Wunder, rühmte sich doch ein Mitarbeiter des Planungsbüros des Investors öffentlich, anlässlich einer Bürgerversammlung, seiner guten Beziehungen nach Potsdam und sagte uns, dass wir machen können, was wir wollen, die Biogasanlage wird in Bremsdorf gebaut. So etwas passiert, wenn sich eine Behörde selbst kontrolliert.

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