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Die Folgen des Krieges

Expertengespräch: Vogelsangs ehemaliger Ortsbürgermeister Reiner Lebelt (rechts) und Mitinitiator Peter H. Rentsch (links) diskutierten über die Ausstellung.
Expertengespräch: Vogelsangs ehemaliger Ortsbürgermeister Reiner Lebelt (rechts) und Mitinitiator Peter H. Rentsch (links) diskutierten über die Ausstellung. © Foto: MZV
Martin Risken / 29.08.2014, 22:45 Uhr
Vogelsang (MZV) Zirka 15 000 Soldaten zum Teil mit ihren Familien, 550 Gebäude auf 2 000 Hektar Land: Die Garnison der sowjetischen Streitkräfte im Wald bei Vogelsang war eine Stadt für sich. Die Ausstellung "Zur Geschichte der Garnison Vogelsang", die am Freitag im Foyer der Stadtverwaltung Zehdenick eröffnet worden ist, gibt auf zehn Schaubildern einen kleinen Einblick in die Parallelwelt. Von den Anfängen im Jahr 1945 bis zur Gegenwart.

Die Idee dazu hatte Mario Hoffmann, dessen Oma in Vogelsang lebt und die er als Kinder des Öfteren besuchte. Die Rote Armee weckte die Neugier des 43-jährigen Berliners. Nach dem Abzug der Armee machte sich Hoffmann daran, den Verfall zu dokumentieren und Reliquien wie Wandbilder zu sichern. Das Material würde reichen, um damit ein eigenes Museum auszustatten, sagte Peter H. Rentsch, der die historische Begleitung des Ausstellungsprojektes übernahm. Er war im Auftrag des Bundesvermögensamtes 1993/94 in Vogelsang unterwegs, um die Liegenschaft von den Russen zu übernehmen. "

Ohne den Zweiten Weltkrieg hätte es diese Garnison nie gegeben", erinnerte Zehdenicks Vize-Bürgermeister Dirk Wendland in seiner Ansprache an den Beginn des Zweiten Weltkrieges vor 75 Jahren, mit dessen Folgen die Stadt Zehdenick bis heute konfrontiert wird und die auch Teil der Stadtgeschichte sei. Kurz nach Kriegsende beschlagnahmte die Rote Armee ein großes Waldstück bei Vogelsang, fällte die Bäume und errichtete eine Parallelstadt, in der es den Streitkräften an nichts fehlen sollte. Schulen, Krankhaus, Bäckerei, Mannschaftsunterkünfte, Offizierscasino, Kino- und Theatersaal - vieles, was damals errichtet wurde, ist mittlerweile verschwunden oder in sich zusammengefallen. Die in den 1990er-Jahren begonnene Konversion dauert noch an. Bis heute sind fast sechs Millionen Euro in den Rückbau geflossen, wurden mehr als 700 000 Kubikmeter umbauter Raum beseitigt. Ein Ende der Umwandlung in Natur sei aber nicht absehbar, sagte Wendland.

Über den aktuellen Stand der Konversion können sich Besucher am heutigen Sonnabend informieren. Um 10 und um 13 Uhr starten die Führungen. Treffpunkt ist in Vogelsang hinter de am Bahnübergang Burgwaller Weg 1a. Die Teilnehmer müssen ihren Personalausweis dabei haben. Weitere Informationen zur Ausstellung gibt es auf der Webseite von Mario Hoffmann unter www.heimatgalerie.de.

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