. Von Hans-J. Schmahl
Großbritannien leidet wie andere unter den Folgen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise. Dennoch geht es dem Land dabei besser als vielen europäischen Staaten.
Tatsächlich ist Großbritannien von einer Situation wie in Griechenland Milliarden-weit entfernt. Trotz der erheblichen Finanzhilfen in der Bankenkrise erreicht die britische Staatsverschuldung in diesem Jahr lediglich rund 80 Prozent des Inlandsproduktes. Das ist kaum mehr als die deutsche - und gerade einmal die Hälfte von Ländern wie Griechenland oder auch Italien.
Fazit: Angesichts dieser Unabhängigkeit Großbritanniens haben die Investoren an den Kapitalmärkten keine Angst, dass Großbritannien seinem Schuldendienst eines Tages nicht mehr nachkommen kann. Immerhin hat das Königreich in seiner langen Geschichte seine Schulden nur ein einziges Mal nicht bedient. Das war 1931, als noch der Goldstandard herrschte und die Bank von England deshalb nicht autonom und das Pfund nicht flexibel war.
Bei so viel Hochachtung vor der Handlungsfähigkeit Großbritanniens dank eigener Währung, autonomer Notenbank und eigenständiger Fiskalpolitik könnte man direkt neidisch werden. Immerhin hat Deutschland seine finanzielle Souveränität samt D-Mark und Deutscher Bundesbank zugunsten einer Währungsunion geopfert, die gerade beweist, wie unsolide und gefährlich für die Beteiligten sie ist.
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