. Petra Schiewitz ist mit ihren Kindern Albert und Anton zum Letschiner Markplatz gekommen. Die Kienitzerin hatte sich, wie viele andere, schon im Vorfeld in eine Baumwunschliste eingetragen. 80 Bäume nimmt sie mit nach Hause. Die Familie will sie als Hecke auf dem privaten Grundstück in die Erde bringen. "Wir pflanzen jedes Jahr Bäume", sagt die junge Mutter. Das passiere sonst eigentlich im Herbst, aber jetzt nehme man natürlich die Aktion zum Anlass. Sie will keine Deponie unter ihrer Erde wissen. Die Kinder sollen ohne Sorge aufwachsen.
Matthias Berthe und Kai-Uwe Mattauch von der Tempelberger Baumschule haben alle Hände voll zu tun. An den Baumpaketen hängen Zettel mit Namen. Jetzt müssen sie zugeordnet werden, wie für Joachim und Martin Zäckerick. Die Groß Neuendorfer nehmen ihre 100 Eichen in Empfang. "Wir wollen das Zeug nicht unter unserem Acker, deshalb machen wir mit. Die in Berlin sollen wisse, dass wir das nicht so hinnehmen", sagt Vater Joachim. Seit 1990 betreibt der Wiedereinrichter auf 500 ha Ackerwirtschaft. Sohn Martin hat 2004 die Schäferei übernommen.
Auch Pfarrer Frank Schneider ist mit Gemeindemitgliedern gekommen. Gemeinsam will man an der Schule Bäume pflanzen. Mit dabei die Linken-Bundestagsabgeordnete Dagmar Enkelmann. Sie hat 50 Bäume spendiert, schippt kräftig mit. Ihr Abgeordneten-Kollege von der CDU, Hans-Georg von der Marwitz, will seine 100 Bäume als Randstreifen auf eigenen Flächen unterbringen. "Die ganze Familie wird mitmachen", erzählt der Friedersdorfer, der seine Söhne mitgebracht hat. Neuhardenbergs Bürgermeister Mario Eska hat ebenfalls Bäume bestellt. Am Nachmittag werden Mitglieder des Vereins Kultur auf dem Lande sie am ehemaligen Kindergarten in Quappendorf pflanzen. Kai Herrmann, Ortsvorsteher von Groß Neuendorf, holt 150 Bäume ab. Der Ortsbeirat hat für Sonntag eine Aktion geplant. Günter Sternekicker, Ortsvorsteher von Ortwig, will die 70 Bäume bei einer Aktion am Montag um 16.30 Uhr bei Bauer Kalies pflanzen.
Nach gut zwei Stunden sind i n Letschin alle Bäume verteilt, mehr als 1300 Stück. Es geht weiter nach Neutrebbin, wo am Alten Fritz schon viele warten. Bürgermeister Siegfried Link hat für die 50 von Dagmar Enkelmann spendierten Bäume schnell einen Platz gefunden. "Hier in Neutrebbin sind die kommunalen Flächen alle schon bepflanzt", erzählt er. Aber an der Straße von Alttrebbin nach Worbrichtsfelde gibt es nur einseitig eine Baumreihe. Die Rotbuchen und Roteichen werden die Bepflanzung nun komplettieren. Andere nehmen sich ihre Bäume mit, pflanzen sie in ihre Gärten. Rolf Ignaz ist sehr zufrieden. "Wir lösen damit nicht das Problem CO 2 , aber wir setzen ein Zeichen", sagt er. Das werde man im Herbst wiederholen. Ihn ermutige die große Solidarität aus anderen Bundesländern wie Schleswig-Holstein. Man verständige sich per Internet. "Wir wissen, dass wir mit unserem Protest nicht allein stehen", so der Quappendorfer.
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