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Ehemalige Gaststätte in Neuzelle kommt wieder unter den Hammer - wie auch das ehemaliges Begegnungszentrum in Ratzdorf

Schützenhaus wird erneut versteigert

Stefan Lötsch / 29.10.2014, 05:40 Uhr
Neuzelle (MOZ) Im Amt Neuzelle werden in den nächsten Wochen zwei markante Gebäude zwangsversteigert: zum einen die ehemalige Gaststätte "Schützenhaus" in Neuzelle am 4. Dezember sowie das ehemalige Europäische Begegnungszentrum Oder-Neiße in Ratzdorf am 11. November.

Als vor mehr als eineinhalb Jahren die ehemalige Gaststätte "Schützenhaus" zwangsversteigert wurde, da schien es, dass in das reichlich runtergekommene Gebäude in der Bahnhofstraße in Neuzelle bald wieder Leben einziehen würde. Vor allem hatte die Gemeinde Hoffnung, dass sich an dem Schandfleck am Ortseingang bald etwas zum Guten ändert. Die Hoffnung schien berechtigt: Das Objekt war durchaus begehrt. Mehrere Interessenten beteiligten sich an der Versteigerung. Schließlich fiel der Hammer für einen Berliner Investor, der das zwanzigfache der Verkehrswertes, der bei gerade einmal 4000 Euro lag, geboten hatte.

Der Investor habe sich mal im Bauausschuss vorgestellt, sagt Neuzelles Bürgermeister Dietmar Baesler. Direkt nach der Versteigerung hatte der Investor der MOZ noch gesagt, er wolle eine Spielothek in dem Objekt einrichten. Doch der Tatendrang muss irgendwann erloschen sein. Die 80000 Euro, die gezahlt wurden, scheinen keine gute Investition gewesen zu sein. Denn der Gebäudekomplex, das ehemalige Kreiskulturhaus, kommt erneut von Amtes wegen unter den Hammer. Und erneut liegt der Verkehrswert gerade einmal bei 4000 Euro.

Dietmar Baesler weiß, dass der momentan unansehnliche Gebäudekomplex viele Bürger beschäftigt. "Viele Bürger fragen nach, was denn nun daraus wird." Möglich wäre manches. Dietmar Baesler könnte sich zum Beispiel altersgerechtes Wohnen vorstellen. Auch eine kulturelle Einrichtung wäre denkbar. Immerhin gibt es dort einen großen Saal samt Bühne, was sonst in Neuzelle fehlt. Früher gab es im Kulturhaus dort sogar Kino-Vorstellungen.

Der Bürgermeister schätzt das Gebäude auch nicht so marode ein, wie es der Verkehrswert von gerade einmal 4000 Euro vielleicht vermuten lassen würde. "Das Bauwerk ist noch gar nicht so alt, als dass es baufällig wäre."

Wie schon bei der Versteigerung vor eineinhalb Jahren kann sich die Gemeinde auch diesmal vorstellen, mitzubieten. "Wir haben sowieso die Verkehrssicherungspflicht dort", erklärt Baesler. Vorher müsste aber die Gemeindevertretung entscheiden, ob ein Bieter im Auftrag der Gemeinde Gebote abgeben darf, vor allem müsste auch das Limit festgelegt werden, bis zu dem mitgeboten werden darf. Doch Dietmar Baesler bevorzugt eine Privatperson oder einen Investor, der dort seine Ideen einbringt.

Das Objekt besteht aus einem kulturellen und einem gastronomischen Gebäudeteil. Es gibt unter anderem eine Bühne mit Technikraum sowie Musik-, Gast- und Schankräume. Insgesamt steht eine Nutzflächen von 231 Quadratmetern zur Verfügung. Die Immobilie ist teilweise unterkellert und hat ein Obergeschoss.

Die Zwangsversteigerung des Schützenhauses findet am 4. Dezember, um 9 Uhr, im Amtsgericht in Frankfurt (Müllroser Chaussee) statt.

Ganz andere Forderungen stehen derweil bei der Versteigerung des ehemaligen Europäischen Begegnungszentrums in Ratzdorf im Raum. Am 11. November, um 11 Uhr, soll das Hotel mit Restaurant und Nebengebäuden ebenfalls im Amtsgericht Frankfurt unter dem Hammer kommen. Der Verkehrswert dort liegt allerdings bei 254600 Euro. Angesichts dieser Summe winkt Amtsdirektor Hans-Georg Köhler gleich bei der Frage ab, ob die Gemeinde oder das Amt nicht Interesse hat, das Objekt zu ersteigern und dann zu übernehmen. "Wir sind dazu nicht in der Lage", so Köhler. Neißemünde sei eine relativ kleine Gemeinde. Und mit der Übernahme ist es ja nicht getan. Danach müsste der Betrieb gewährleistet werden. "Das gehört in Privathand", sagt der Amtsdirektor. Hans-Georg Köhler verspricht aber einen neuen Eigentümer alle Unterstützung, die die Gemeinde und das Amt zu geben in der Lage sind.

Das Begegnungszentrum war 2002 eröffnet worden. Nach einem millionenschweren Wasserschaden wurde es 2012 geschlossen.

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