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Neue Struktur bei "Gemeindeschwester" möglich

Potsdam . Das Projekt "Gemeindeschwester Agnes" steht in Brandenburg möglicherweise vor einer Neustrukturierung. Geplant sei, zunächst die Daten des Medizinischen Zentrums Lübbenau und einer Einzelpraxis auszuwerten und daraus Konsequenzen zu ziehen, sagte Gesundheitsstaatssekretär Heinrich-Daniel Rühmkorf am Mittwoch in Potsdam. Es könne sein, dass dann "nachjustiert" werde.

So sollten zum Beispiel auch Krebspatienten die Dienste der Gemeindeschwester in Anspruch nehmen können. Das Projekt lehnt sich an die frühere DDR-Gemeindeschwester an und existiert mittlerweile neben Brandenburg auch in anderen Bundesländern. Die Teilnehmerinnen sollen bei Hausbesuchen auch auf dem Land die Ärzte entlasten.

"Wir sind uns einig, dass wir weitermachen wollen", sagte der AOK- Vorstandsvorsitzende für Berlin und Brandenburg, Frank Michalak. Es solle künftig auch eine neue Modellregion, in der Gemeindeschwestern unterwegs sind, geben. "Agnes ist der richtige Ansatz", betonte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung, Hans-Joachim Helming. Er sagte, dass sich an der Finanzierung nichts ändern werde, eine neue Struktur jedoch dabei helfen könne, mit dem Geld auszukommen.

Nach Angaben der SPD-Landtagsfraktion hatte sich der Bewertungsausschuss des Bundes auf 17 Euro pro Fall verständigt. Nach dem Brandenburger Modellprojekt in Lübbenau habe sich jedoch herausgestellt, dass pro Fall eine Gemeindeschwester gut 21,50 Euro koste. Helming zufolge gibt es landesweit zwei praktizierende Gemeindeschwestern in Lübbenau und 20 Helferinnen, die ausgebildet werden.

"Am Beispiel der Gemeindeschwester haben wir gesehen, wie lange gute Ideen aus den Ländern brauchen, um sich im Bund durchzusetzen", sagte der Vorsitzende der SPD-Fraktion, Dietmar Woidke. Mit Blick auf die Vorschläge von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) für eine bessere medizinische Versorgung auf dem Land empfahl Woidke, der Minister sollte gemeinsam mit Vertretern von Flächenländern nach einer Lösung suchen.

Weder die Abschaffung einer Zugangsbeschränkung für das Studium der Medizin noch eine "Landarzt-Quote" könnten den Ärztemangel auf dem Land nachhaltig bekämpfen. Rösler hatte unter anderem ein Ende der Zugangsbeschränkung (Numerus clausus) zum Medizinstudium und mehr Studienplätze angeregt. Der FDP-Politiker will zudem eine bestimmte Quote von Studienplätzen für jene angehenden Mediziner reservieren, die sich bereiterklären, anschließend auf dem Land zu praktizieren.

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