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Klärwerk soll an den Waldesrand

Biesenthal . Die Biesenthaler Stadtverordneten wollen das Klärwerk aus dem inneren Stadtgebiet verbannen. Das beschlossen sie am Donnerstagabend und entsprachen damit dem Wunsch vieler Bürger. Ungewohnt viele Einwohner waren zur Sitzung der Stadtverordneten gekommen. Sie wollten selbst aktiv dafür werben, dass endlich die vor allem im Sommer katastrophale Geruchsbelästigung verschwindet. Deshalb sind sie dagegen, dass das neue Klärwerk am Standort des alten - also in der Stadt - errichtet wird.

Weil das alte Klärwerk marode ist und eine neue Möglichkeit für die Aufnahme des Abwassers geschaffen werden muss, stehen Biesenthal und der Wasser- und Abwasserverband Panke/Finow vor der Frage, ob beziehungsweise wo in Biesenthal ein neues Klärwerk gebaut oder ob das Schmutzwasser ins Klärwerk Schönerlinde gepumpt werden soll.

Der Verband selber hat in dem Zusammenhang ein Gutachten in Auftrag gegeben, das den stadtnahen Standort, jeweils kaum mehr als einen Steinwurf von der Kirschallee und der Schulstraße entfernt, favorisiert. Hinzu kommt, dass der WAV dort auch das Grundstück besitzt. Auch wurde argumentiert, dass bei einem neuen Klärwerk bedeutend weniger Geruchbelästigungen zu erwarten seien.

Die Stadtverordneten ihrerseits haben dazu in einer gesonderten Hauptausschusssitzung beraten. Anschließend hat man sich in den Fraktionen Linke/Grüne, CDU/FDP/BfB/ProD und SPD eine Meinung gebildet. Die war einhellig. Jede Fraktion lehnte den stadtnahen Standort ab, stattdessen sollte das Klärwerk abseits im Wald nahe dem Telekomgebäude entstehen. Angekündigte Mehrkosten von rund 500 000 Euro können jedoch nicht von der Stadt übernommen werden. Sollte es in der Verbandsversammlung dafür keine Mehrheit geben, dann spricht sich die Stadt für eine Ableitung des Schmutzwassers über eine Druckleitung zum Klärwerk in Schönerlinde aus. Das wurde einstimmig beschlossen.

Ob allerdings mit solch hohen Mehrkosten tatsächlich zu rechnen ist, zieht Heribert Rustige in Zweifel. Er war selbst mehrere Jahre in der Verbandsversammlung aktiv und kennt sich auch von Berufs wegen in der Materie aus. Er verweist darauf, dass die Baukosten für ein stadtnahes Klärwerk schon auf Grund der Lage in der Landschaft höher sein könnten. Es müsste unterirdisch angelegt werden, während es im Wald auch in Hochbauweise errichtet werden könnte. Außerdem sei der Aufwand geringer, um die Geruchsbelästigung in Grenzen zu halten. Günstig sei nicht zuletzt, dass man die Abwasserleitung nur um 700 bis 800 Meter verlängern müsste. Was das Wegpumpen betrifft, so sei dies auch keine ganz einfache Lösung. Man müsste dabei über viele Grundstücke, machte Rustige auf einen von mehreren Aspekten aufmerksam.

Angesichts der Überzahl der Stimmen von Bernau in der Verbandsversammlung blieb am Ende Unsicherheit bestehen. Wenn Biesenthal auch nicht die Mehrheit hat, so ist die Stadt doch ein wichtiger Partner im Verband und könne nicht einfach übergangen werden, hieß es noch.

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