Petershagen-Eggersdorf . Der Fall schleppt sich schon fast über zehn Jahre. 1998 war Familie Luft im Igelweg 7 eingezogen, 1999 errichteten die Eggersdorfer Neubürger im hinteren Teil des Grundstücks ein Gartenhäuschen. Ein Holzbau mit einer Grundfläche von etwa zweieinhalb mal drei Metern, in denen die Lufts all das an Gerätschaften aufbewahren, was man im Garten so braucht.
Vor dem Streitobjekt: Mandy und Falk Luft, dazwischen der ebenfalls betroffene Nachbar Hans Siebrecht, beim Lokaltermin mit Gemeindevertreter Wolfgang Brunnow (r.). Foto: Thomas Berger
"Schon Ende 1999 erhielten wir den ersten Bescheid, dass wir das Gartenhäuschen entfernen müssen", erinnert sich Falk Luft. Bis 2001 gab es mit der Gemeindeverwaltung immer wieder Briefwechsel in der Angelegenheit. Dann war eine ganze Weile Ruhe - bis der Streitfall im vorigen Jahr wieder hochkam. "Erst sollten wir einen Bauantrag stellen, was wir auch getan und dafür bezahlt haben", so Falk Luft. Mit dem Ergebnis, dass dieser abgelehnt wurde. Gleiches Ergebnis beim Antrag auf Ausnahmegenehmigung, ebenfalls seitens der Verwaltung vorgeschlagen.
Inzwischen ist der Familie sogar ein Zwangsgeld angedroht worden. Der 30. April war der vorerst jüngste Termin, bis zu dem das Streitobjekt beseitigt werden sollte. "Doch wo sollen wir mit all den Sachen hin? Wir können mit dem Rasenmäher doch nicht durch unser Wohnzimmer fahren", empört sich Mandy Luft. Sie hätten ja keinen Keller, ergänzt ihr Mann, auch in der Garage ist kein Platz für die Geräte. Gänzlich widersinnig erscheint ihnen der Vorschlag, das Gartenhäuschen vor das Wohngebäude zu setzen: "Wie soll denn das aussehen?", fragen die Lufts und verweisen auf den schmalen Streifen bis zur Straße, wo sich zudem noch ein Abwasserschacht als Hindernis befindet. Als sie einzogen, hatte der Investor trotz Nachfragen nicht informiert, dass auf dem hinteren Grundstücksteil kein Baurecht besteht.
Sie sind nicht die einzigen Betroffenen. Auch die Nachbargrundstücke Igelweg 6, 3 und 2 haben solche Gerätehäuschen, die nach strenger Auslegung der Vorschriften eigentlich verschwinden sollen. Für eine menschliche Lösung setzt sich inzwischen eine ganze Reihe Gemeindevertreter ein. "Man sieht ja, es ist eine Oase hier, da steckt insgesamt viel Arbeit drin", sagt Wolfgang Brunnow bei einem Besuch auf dem Grundstück. Das Gelände im Hintergrund mache dagegen eher den Eindruck eines "Truppenübungsplatzes". Generell plädiert zwar auch Brunnow für die Einhaltung von Regeln. "Doch ein B-Plan sieht an die Wand geworfen eben anders aus, als sich die Situation in natura bisweilen darstellt." Ähnlich sieht das Brunnows Gemeindevertreterkollege Andreas Lüders: "Man kann auch mal die Bürokratie zu Hause lassen, sein Herz aufklappen und sagen, dann ändern wir eben den Plan." Im Bauausschuss gab es dazu in einer bereits zweiten Beratung noch keine Mehrheit.
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