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Hajo Zenker 25.04.2010 18:41 Uhr - Aktualisiert 25.04.2010 19:12 Uhr

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Milliarden für Griechenland und das Euro-Schicksal

(moz) Mitgefangen, mitgehangen: Auch wenn Finanz- und Außenminister so tun, also ob sich noch etwas verhindern ließe – nun wird Geld nach Griechenland fließen. Viel mehr als die 45 Milliarden Euro, von denen bisher die Rede war. In einer Situation, wo Deutschlands Konjunktur sich gerade aufrappelt, unsere Schulden 1,7 Billionen betragen, werden Milliarden mobilisiert, um Athen vor der Pleite zu bewahren. Milliarden, die nicht in Deutschland ausgegeben werden – für Bildung. Infrastruktur oder gar Steuersenkungen.

Eine echte Alternative aber hat man dazu nicht, wenn der Euro stabilisiert werden soll. Da kann man sich noch so sehr über die griechische Trickserei erregen: Dass es so weit kommen konnte, liegt längst nicht nur an Athen. Es liegt an der von der Politik beschlossenen Einführung einer Einheitswährung, obwohl es keine einheitliche Wirtschafts- und Finanzpolitik gibt. Es liegt an einem Vertrag, der das Verlassen der Euro-Zone gar nicht erst vorsieht. Es liegt an wichtigen Euro-Ländern wie Frankreich, Italien, Deutschland, die immer wieder gegen die Stabilitätskriterien verstießen. Und den Stabilitätspakt zum Papiertiger machten. Wofür sie nun die Rechnung bekommen. Für die alle Euroland-Bürger zahlen müssen.

Aber Griechenland könnte noch vergleichsweise harmlos sein – wenn nämlich Spanien, Portugal oder Italien ihre Schulden nicht mehr bedienen könnten. Die Regierungen sollten daher jetzt keine griechischen Eiertänze aufführen, sondern schnell und überzeugend die Geschäftsgrundlage der Währung reformieren. Mit engerer Abstimmung in der Wirtschafts- und Finanzpolitik. Mit wirklich für alle gültigen Regeln. Mit Austritts- und Ausschlussklausel. Dass das ein Kraftakt wird, ist angesichts der nationalen Egoismen klar. Aber er ist zur Euro-Rettung nötig.

Und dieser Euro lohnt, gerettet zu werden. Nützt er ja nicht nur dem Bürger beim Reisen – so hat die Exportnation Deutschland, die vor allem an die Nachbarländer liefert, von ihm wirtschaftlichen Gewinn. Geht man aber trotz des griechischen Desasters zur Tagesordnung über, nimmt Stabilität nicht ernst und stattdessen immer neue Mitglieder auf, dann wird der Euro politisch so lange weiter aufgeblasen, bis er zerplatzt.

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