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"Regierender" Müller möchte weiter Kultursenator bleiben

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) will weiter als Kultursenator ein Doppelamt bekleiden.
Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) will weiter als Kultursenator ein Doppelamt bekleiden. © Foto: dpa
02.08.2015, 08:20 Uhr - Aktualisiert 02.08.2015, 16:14
Berlin (dpa) Doppelte Verantwortung: Der SPD-Politiker Michael Müller ist Regierender Bürgermeister und zugleich Kultursenator in Berlin. Wenn es (nur) nach ihm ginge, müsste sich daran nichts ändern.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hat auch über das Wahljahr 2016 hinaus Interesse am zusätzlichen Amt des Kultursenators. "Ich fühle mich mit dem Ressort sehr wohl und glaube, dass es auch der Kultur etwas bringt", sagte der 50-jährige SPD-Politiker in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. "Und die Kultur sieht wohl ebenfalls, dass sie beim Regierenden Bürgermeister gut aufgehoben ist."

Müller hatte das Doppelamt Ende vergangenen Jahres von seinem zurückgetretenen Vorgänger Klaus Wowereit übernommen. Anfangs gab es Bedenken, ob der langjährige SPD-Fraktionschef und frühere Bausenator eine ausreichende Nähe zur oft exzentrischen Berliner Kulturszene hat.

Nach der Abgeordnetenhauswahl im Herbst 2016 gibt es laut Verfassung wieder die Möglichkeit, mehr als die bisher acht Senatorenposten zu schaffen. Er freue sich über den zusätzlichen Gestaltungsspielraum, sagte Müller. "Das gibt uns die Chance, einen besonderen inhaltlichen Schwerpunkt zu setzen."

Gerade die Kultur werde allerdings besonders wahrgenommen, wenn sie beim Regierenden Bürgermeister angesiedelt sei, fügte er hinzu. "Das muss man dann in der Koalition verhandeln, beide Varianten sind möglich. Für mich kann ich sagen, dass ich mich mit dem Amt wohlfühle."

Wichtige Aufgabe bleibt laut Müller der Neubau der Zentral- und Landesbibliothek. Nach dem Nein der Bürger zum Standort Tempelhofer Feld war das Projekt, einst Wowereits Herzensanliegen, ins Stocken geraten. "Die zweitbeste Möglichkeit nach Tempelhof ist für mich der Um- und Ausbau des bestehenden Standorts Blücherstraße. Deshalb verfolgen wir bei der Standortüberprüfung gerade auch diese Variante", sagte er. Der Ausbau der Amerika-Gedenkbibliothek an der Blücherstraße war bereits früher schon diskutiert worden.

Ziel ist seinen Worten zufolge, sowohl beim Bau wie beim Unterhalt Kosten zu sparen. "Wenn möglich, wollen wir den ursprünglichen Ansatz von 270 Millionen Euro unterschreiten", so der Regierungschef. Über den endgültigen Standort soll nach Vorliegen der Bedarfsanalyse entschieden werden. Noch ist nicht abschließend klar, wann das sein wird.

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