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Pilotprojekt zum Erinnern

Ausstellung eröffnet: Schülerinnen des Oberstufenzentrums II mit Mario Krahl von der Deutschen Gesellschaft.
Ausstellung eröffnet: Schülerinnen des Oberstufenzentrums II mit Mario Krahl von der Deutschen Gesellschaft. © Foto: MOZ/Maren Tönisen
Maren Tönisen / 11.11.2015, 06:40 Uhr
Eberswalde (MOZ) "Ich habe heute Sachen erfahren, von denen ich niemals dachte, dass sie gemacht worden wären", sagte der 17-jährige Maik Mäusel. Er hatte sich im Oberstufenzentrum II Barnim die Wanderausstellung "Den Blick gegen das Vergessen gerichtet" angesehen, die am Dienstag durch die Schulleiterin Heike Borecky, Thomas Gröbel vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und Mario Krahl von der Deutschen Gesellschaft e.V. eröffnet worden war. Zunächst wurde ein Video mit der Begegnung von französischen, polnischen und deutschen Jugendlichen auf Usedom im Jahr 2008 gezeigt, durch die die Wanderausstellung geschaffen wurde. In dem Pilotprojekt haben die Jugendlichen sich mit Kriegsgräbern auseinandergesetzt und dabei unter anderem ganz besondere Fotos, zum Beispiel von Kreuzen, gemacht.

"Können Sie sich der Verantwortung stellen, wenn Tragödien wie die von Swinemünde vergessen werden?", fragte Thomas Gröbel die Schüler. Stille im Raum. Damals waren Unzählige einem Bombenangriff am 12. März 1945 zum Opfer gefallen - in Usedom erinnert eine Gräber- und Gedenkstätte an sie. "Ich war schon auf dem Golm", sagte Jessica Zierock, die sich die Ausstellung ansah, die noch bis zum Freitag in Eberswalde zu sehen ist, "damals wie heute sind die Berichte darüber informativ."

Mario Krahl und Thomas Gröbel verlasen auch einen Zeitzeugenbericht von Günter Debski, Jahrgang 1928. Dieser war 16 Jahre alt, als er zum Tode verurteilt wurde, weil er nicht in den Krieg ziehen wollte. Er wurde begnadigt und überlebte die Schlacht um die Seelower Höhen. In seinem Bericht schildert er auch, wie Soldaten aufgefordert worden sind, Verwundeten die Schädel einzuschlagen.

Obwohl er sich sehr für den Zweiten Weltkrieg interessiert, wusste Maik Mäusel das noch nicht. "Es ist interessant, sich die Geschichte und Zeitzeugenberichte anzuschauen. Aber man ist froh, dass man nicht dabei gewesen ist", meinte er.

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