Königs Wusterhausen (DDP) An der Gedenkstätte für den umstrittenen KPD-Vorsitzenden Ernst Thälmann in Ziegenhals südlich von Berlin hat nach Angaben der Brandenburger Linken der Abriss begonnen. „Eine Woche vor dem 65. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus ist dieses Signal besonders bedauerlich“, sagte am Dienstag der Landesvorsitzende Thomas Nord. Ziegenhals habe als Gedenkstätte des kommunistischen Widerstands im Zweiten Weltkrieg überregionale Bedeutung gehabt. Besser als ein Abriss wäre die „kritische Würdigung des damaligen Geschehens am authentischen Ort“ gewesen.
Die Auseinandersetzung um den Gedenkort Ziegenhals lief seit Jahren. Die Gedenkstätte erinnerte an eine KPD-Tagung vom 7. Februar 1933. Kurz nach der Machtergreifung der Nazis hatte der KPD-Vorsitzende Ernst Thälmann zum letzten Mal vor seiner Verhaftung vor leitenden KPD-Funktionären gesprochen und zum Sturz Hitlers aufgerufen. Im Jahr 2002 war das Grundstück an einen Privatmann zwangsversteigert worden. Im Januar dieses Jahres wies das Brandenburger Verfassungsgericht eine Beschwerde des Freundeskreises „Ernst-Thälmann-Gedenkstätte“ gegen den geplanten Abriss zurück.
Die Landesregierung sei aufgefordert zu prüfen, ob das Denkmalgesetz so geändert werden kann, dass „solch willkürliche Abrisse“ zukünftig nicht mehr möglich sind, sagte Nord weiter. Durch das Engagement der Stadt Königs Wusterhausen sei wenigstens das Inventar der Gedenkstätte gesichert worden.
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