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Daniela Windolff 05.05.2010 07:42 Uhr
Red. Uckermark, schwedt-red@moz.de

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Uckermark auf Abstellgleis

Gartz/Stettin (moz) Die Bahnverbindung zwischen Berlin und Stettin soll attraktiver werden. Für zehn statt bisher 16,70 Euro kann man ab August 2010 von Berlin in die polnische Metropole Stettin reisen und mit der Bahnfahrkarte obendrein den Stettiner Stadtverkehr nutzen. Doch die Freude darüber ist bei vielen Berufspendlern getrübt.

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Mit der Anerkennung des VBB-Tarifs auch im Stettiner Stadtverkehr wurde ein weiterer Schritt dafür getan, Bahnfahren preiswerter und einfacher zu machen und mehr deutsche Gäste in die sehenswerte polnische Metropole und Polen in die brodelnde Bundeshauptstadt und das Brandenburger Umland zu locken. Rund 300 Fahrgäste nutzen täglich die Bahnverbindung Berlin-Stettin, die auch durch Angermünde führt. Ziel sei es, auch nach dem Ausbau des neuen Flughafens BBI täglich 1000 Fahrgäste auf der Strecke begrüßen zu können, verlautete der Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg Hans Werner Franz.

Für die Rettung und den Ausbau der traditionsreichen Bahnstrecke Berlin-Stettin setzen sich seit vielen Jahren auch der Amtsausschuss Gartz und der Fahrgastverband Pro Bahn ein. Die Ausweitung und Anerkennung des VBB-Tarifs im grenzüberschreitenden Verkehr sei ein Weg in die richtige Richtung, betont Andreas Schwarze, Regionalbeauftragter von Pro Bahn für die Uckermark. Allerdings würden Pendler, die Zeitkarten nutzen, von der Erleichterung nicht profitieren. Monatskarten gelten nicht im Stettiner Stadtverkehr.

Bittere Wermutstropfen im Becher der Freude sind außerdem geplante Fahrplanänderungen ab Dezember, die vor allem die Region Gartz benachteiligen. „Die Verbesserungen sind nur mit Blick auf Berlin ausgerichtet und gehen am Bedarf der Region und der vielen Pendler vorbei“, ärgert sich der Tantower Andreas Schwarze, der selbst täglich mit der Bahn nach Berlin zur Arbeit fährt.

Zwar wirbt die Bahn mit künftig sechs Direktverbindungen zwischen Berlin und Stettin ohne Umsteigen. Doch für Andreas Schwarze ist das eine „Mogelpackung“. „Der Regionalexpress Stettin-Berlin kurz nach sechs Uhr hält nach unserem Erkenntnisstand dann nur noch in Tantow, nicht mehr in Casekow und Passow“, kritisiert Schwarze. Für viele Berufspendler und rund 70 Schüler der Gartzer Region, die täglich diesen Zug bis Angermünde oder Berlin nutzen, wäre das ein Fiasko. „Dieser Regionalexpress soll künftig zwar eine knappe halbe Stunde schneller in Berlin ankommen, hält allerdings nicht wie bisher am Hauptbahnhof, sondern in Gesundbrunnen und bedeutet für viele Berlinfahrer noch einmal Umsteigen in S- oder Straßenbahn“, so Andreas Schwarze. „Der hoch angepriesene Eurocity Wien-Stettin, der den jetzigen Intercity ersetzt, fährt nicht mehr über Prenzlau. Mit dem Fahrplanwechsel wird die Uckermark-Kreisstadt nur noch im Zwei-Stunden-Takt an Berlin angebunden sein. Der von Pro Bahn hart erkämpfte Halt in Tantow fällt ebenso weg“, kritisiert Andreas Schwarze.

Einer der meist genutzten Züge von Pendlern nach Angermünde und Berlin soll mit dem Fahrplanwechsel statt bisher 5.41 Uhr ab Tantow dann schon um 4.33 Uhr fahren. Für Pro Bahn-Sprecher Andreas Schwarze und auch den Gartzer Amtsdirektor Frank Gotzmann ist das nicht akzeptabel. Sie wollen auf der Regionalkonferenz des VBB, die am 25. Mai in Joachimsthal stattfindet, energisch intervenieren und hoffen auch auf Unterstützung der Stadt Schwedt „Wir werden irgendwann Speckgürtel von Stettin sein. Da gehört eine vernünftige Bahnanbindung dazu“, meint Andreas Schwarze und ergänzt: „Der VBB stellt die Region Uckermark vor vollendete Tatsachen. Wir werden gar nicht einbezogen. In anderen Ländern liegen Fahrplanentwürfe öffentlich aus.“

Der ehrenamtlich arbeitende Fahrgastverband Pro Bahn hat in der Uckermark schon einige Erfolge erkämpft, wie den Halt des Intercity in Tantow, mit der Uckermärkischen Verkehrsgesellschaft die Einrichtung eines Spätbusses von Schwedt nach Stettin oder die Errichtung einer Bushaltestelle am Bahnhof in Landin.

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