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Kreiswerke bekommen Zulauf

Sabine Rakitin / 14.02.2017, 21:20 Uhr
Biesenthal (MOZ) Immer mehr Gemeinden schließen sich freiwillig den Kreiswerken Barnim an. Dabei geht es ihnen nicht um das Holding-Gebilde an sich, sondern eher um die kreislichen Unternehmen, die unter deren Dach vereint sind - allen voran die Barnimer Energiegesellschaft (BEG).

Die Stadt Biesenthal ist bereits seit November 2016 dabei. Die Gemeinde Melchow hat den entsprechenden Beschluss am Montag gefasst, die Gemeinde Sydower Fließ am vergangenen Donnerstag. Beide Kommunen beteiligen sich an der Barnimer Energiegesellschaft - mit einem Geschäftsanteil von 200 Euro. Der sei zwar nur sehr gering, die Gemeinde könne dadurch aber "Einfluss auf die energiewirtschaftliche Betätigung der Kreiswerke Barnim GmbH nehmen", heißt es in der Begründung des Beschlusses, den beispielsweise die Melchower Gemeindevertreter fassten. Und weiter: "Die wirtschaftliche Betätigung in der BEG steht auch im Verhältnis zum voraussichtlichen Bedarf."

Gegenstand der BEG sei die Entwicklung von Konzepten und Projekten, die insbesondere der Umstellung der Energiewirtschaft im Landkreis Barnim dienten. Dabei stehe die Umstellung auf erneuerbare Energien im Mittelpunkt. "Die Energiewende stellt die Kommunen vor große Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund besteht ein großer Bedarf, solche Konzepte und Projekte mit Beteiligung der Gemeinden zu entwickeln, die auf eine Umstellung der Energiewirtschaft gerichtet sind", schlussfolgert die Amtsverwaltung von Biesenthal-Barnim.

Amtsdirektor André Nedlin ist sich sehr sicher: Seine Gemeinden werden von den erst im vergangenen Sommer gegründeten und bis heute stark umstrittenen Kreiswerken mit Sicherheit profitieren. Als Beispiel nennt er die Gemeinde Sydower Fließ. Die hat für die grundhafte Sanierung der Schule in Grüntal Fördermittel erhalten. Das bedeutet, dass auch eine entsprechende energetische Sanierung auf den Weg gebracht werden muss. Konzept und Planung würde nun die BEG übernehmen, freut sich Amtsdirektor Nedlin. Dass das Kreisunternehmen auch Aufgaben in Melchow übernimmt, steht für ihn außer Frage. Als Beispiel nennt er die in der AG Dorfentwicklung beschlossene Erarbeitung einer Null-Emissionsstrategie, die nun als Auftrag an die BEG gehen könnte. Oder die Umstellung auf LED-Beleuchtung: Für eine Kommune allein sei das viel zu teuer, weiß Nedlin. "So etwas muss man flächendeckend angehen", ist er überzeugt.

"Die Barnimer Energiegesellschaft mbH übernimmt die Aufgabe der Identifikation und Konzeption von energiewirtschaftlichen Projekten. Die vorhabenkonkrete Investitionsplanung und Umsetzung der energiewirtschaftlichen Projekte wird durch die Barnimer Energiebeteiligungsgesellschaft mbH im Rahmen von Projektgesellschaften erfolgen, die bei Bedarf gegründet werden und über die sich die Gemeinden, private und öffentliche Unternehmen der Energiewirtschaft sowie gegebenenfalls auch Bürgerinnen und Bürger an den betreffenden Projekten beteiligen können", heißt es in einem Positionspapier, dass den Gemeinden von der Amtsverwaltung vorgelegt wurde.

Auf dem besten Wege, sich am Windenergiegebiet Prenden zu beteiligen, ist die Stadt Biesenthal. Sie besitzt einen Teil des Areals mitten im Wald, auf dem drei Windräder Platz haben und hat als Gesellschafter der Kreiswerke nun zwei Möglichkeiten: die Fläche an die Betreiber zu verpachten und damit 20 Jahre lang Geld einzunehmen oder sich zu 100 Prozent an dem Windenergiegebiet zu beteiligen.

Im nichtöffentlichen Teil der Stadtverordnetenversammlung in der vergangenen Woche sollen den ehrenamtlichen Parlamentariern konkrete Summen genannt worden sein, wie viel welche Variante dem Stadtsäckel einbringen würde. Wie Teilnehmer der Runde berichteten, liebäugelt die Mehrheit mit Variante zwei. Eigene Windräder zu besitzen, sei doch "ein sicherer und lukrativer Weg für die Kommune", heißt es unter den Befürwortern.

Zur nächsten Sitzung soll die Amtsverwaltung nun eine beschlussreife Vorlage präsentieren.

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