Berlin . Unter den Gewerkschaften bei der Deutschen Bahn herrscht weiter Uneinigkeit über die geplante Teilprivatisierung. Bei einer Anhörung im Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages machte der neue Chef der größten Bahngewerkschaft Transnet am Montag in Berlin deutlich, die Entscheidung der Bundesregierung zu akzeptieren, während die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) dies weiter ablehnte.
Der neue Transnet-Chef Lothar Krauß unterstrich zugleich die Bedeutung des jüngst abgeschlossenen Tarifvertrages zur Arbeitsplatzsicherung für die Teilprivatisierung. "Wir wissen nicht, wie künftige Bundesregierungen zur Zukunft der Bahn AG entscheiden. Deshalb war es uns wichtig, langfristige Regelungen zum Schutz der Belegschaften im Tarifvertrag zu verankern", sagte Krauß. Mit den Regelungen seien unter anderem betriebsbedingte Kündigungen im Zuge der Teilprivatisierung bis Ende 2023 ausgeschlossen.
Die GDL hatte bereits am vergangenen Freitag angekündigt, dass sich der neue Chef, Claus Weselsky, bei der Anhörung gegen eine Privatisierung aussprechen werde. Aufgrund des durch den Einstieg privater Investoren wachsenden Renditedrucks befürchtet er eine Ausdünnung des Angebots. "Viele größere Städte von Flensburg bis Konstanz, von Mülheim an der Ruhr bis Cottbus werden nach dem Gutachten der Strategie- und Managementberatung für Aufgabenträger und Verkehrsverbünde (KCW) künftig über keine oder nur über eine erheblich verschlechterte Fernverkehrsanbindung verfügen", warnte er. Zudem sei ein weiterer Arbeitsplatzabbau vorprogrammiert.
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