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03.03.2017 18:10 Uhr

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Neue Platte zum Geburtstag

Berlin (Gerd Dehnel) Es ist eine dieser Perlen, die im Meer der Rockgeschichte übersehen werden können: "Tagtraum früh im Park" taugte schon wegen seiner Länge nie zum Radiohit. Doch zählt dieses Engerling-Stück von 1981 zum Besten, was die Berliner Band aufgenommen hat. Durch die wundersame morgendliche Träumerei wehen Fabelwesen, die Instrumente verwandeln sich zu Mitbewohnern eines magischen Reiches aus Licht und Luft und Fantasie.

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Uschi Brüning an ihrem 60. Geburtstag

© dpa/Arno Burgi

Verträgt ein solches Kleinod, in dem sich alles herzerwärmend harmonisch fügt, einen fremden Interpreten? Ja, wenn die Sängerin Uschi Brüning heißt. Engerling haben zwar mal den Zusatz "Blues" im Namen geführt, sich aber nie drauf einengen lassen. Und die Brüning wird zwar lange schon als "Grand Dame des Jazz" apostrophiert, ist aber nie nur Jazzsängerin gewesen. Schon daher passen die Grenzgänger gut zusammen. Weswegen sie 2015 zum Beispiel beim 40. Geburtstagskonzert von Engerling gemeinsam auf der Bühne standen.

Jetzt feiern sie mit "Live" quasi wieder Geburtstag, diesmal den 70. von Uschi Brüning an diesem Sonnabend. Mit dabei natürlich wie immer ihr Partner im Leben und in der Musik, Ernst-Ludwig Petrowsky. Einer der weltbesten Saxofonisten hat nach jahrzehntelanger Karriere noch immer die Luft für fabelhafte Läufe, die in lang gedehnten hohen Tonfolgen kulminieren. Damit veredelt er Klassiker wie "Black Coffee" oder das eigene "Soul Plexus", während die Engerling-Band sich geduldig im Hintergrund hält, um in "Exactly Like You" energisch loszurocken oder ihr "Muschellied" neu zu formen.

Das hält die Brüning in gewohnt souveräner Manier zusammen mit warmer, innig seelenvoller Stimme, wechselnd zwischen dunkel getönter Blues-Intonation, energischen Scat-Phrasierungen und sachtem lyrischen Gesang. Aufgenommen bei zwei Konzerten in Sachsen, präsentiert das Album eine Sängerin, die so jung und unwiderstehlich klingt wie einst, als Dichter Ulrich Plenzdorf seinen Helden in "Die neuen Leiden des jungen W." schwärmen ließ: "Sie hätte alles von mir haben können, wenn sie da vorne stand ... Ich hätte jedes Mal heulen können."

Dieses Geburtstagsgeschenk für sich selbst reiht sich ein in herausragende Veröffentlichungen der jüngsten Vergangenheit. Dazu gehört das preisgekrönte "Auserwählt", der letzten gemeinsamen Arbeit mit dem geschätzten Manfred Krug, der ihre frühe Karriere mit angeschoben hatte. Dazu gehören "So wie ich", gewissermaßen ein Selbstporträt in Liedern, und auch ihr Beitrag zur finalen Krug-Platte "Seine Lieder", die er nicht mehr selbst einsingen konnte, weil der Tod dazwischenkam.

Uschi Brüning/Engerling feat. Ernst-Ludwig Petrowsky: "Live" (Buschfunk)

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