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Julia Lehmann 09.03.2017 21:19 Uhr
Red. Bernau, bernau-red@moz.de

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Findlinge ziehen weiter

Biesenthal (MOZ) Findlinge sind für ihre langen Reisen, transportiert durch Gletscher, bekannt. In Biesenthal sind am Donnerstag erneut welche unterwegs. Bildhauerin Anne Schulz nimmt unter anderem mit ihrem Werk "Seestück" an der Internationalen Gartenausstellung (IGA) teil.

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Packt mit an: Bildhauerin Anne Schulz ist den schwierigen Transport von Findlingen gewohnt. Regelmäßig muss sie ihre Arbeitsgrundlage in ihrer Biesenthaler Werkstatt mit dem Gabelstapler bewegen.

© MOZ/Sergej Scheibe

Ein Tag am Meer, entspanntes Verweilen, ein Essen mit Freunden und gute Gespräche. "Das ist mein persönliches Seestück", erklärt Anne Schulz die Assoziation zu ihrem Ensemble aus Granitfindlingen. Aus drei märkischen Findlingsfelsen - ihrem liebsten Arbeitsmaterial - hat die Bildhauerin aus Biesenthal ihre Sitzgruppe gefertigt. Nun gehen sie, eine Chaiselounge aus rotem Granit sowie kleinere Teile auf Reisen. Für mehrere Monate sind ihre Werke Teil der Internationalen Gartenausstellung (IGA) in Berlin, die am 13. April eröffnet. Der Transport der Findlinge erfolgte bereits am Donnerstag. Dafür ist eine Dresdner Speditionsfirma mit schwerem Gerät beim Biesenthaler "Steinwerk" angerückt.

Für Kraftfahrer Thomas Scheibe ist es ein ungewöhnliches Gut, das er da auf den Anhänger zurrt. Sonst transportiert das Unternehmen Baufahrzeuge und -materialien, wie der 45-Jährige berichtet. "Das ist schon was besonderes", sagt Scheibe. Den gelben Gabelstapler fährt Anne Schulz selbstverständlich selbst. Windig bewegt sie die schweren Steine in Richtung Bürgersteig, wo der Schwerlasttransporter parkt. Sie kennt das. Schließlich besteht die Arbeit der 51-Jährigen hauptsächlich aus dem massiven Gestein. Insgesamt sieben Teile, die insgesamt fünf Tonnen wiegen, wuchtet der Kran auf den Anhänger. Die Holzpaletten, die den Steinen Stabilität geben sollen, ächzen unter der Last, als die Thomas Scheibe sie in die Luft hebt. Einige zersplittern am Rand, aber keine von ihnen zerbricht in Gänze. Gehalten wird alles von dicken Seilen.

Vor eineinhalb Wochen sei schon einmal ein Lastwagen vor Anne Schulz' Werkstatt vorgefahren, wollte die Steinmöbel abholen. "Der war aber für das Gewicht gar nicht ausgelegt", sagt sie. Also sei der erste Versuch abgebrochen worden. Anne Schulz nimmt es mit Humor.

Mit ihren Werken nehme sie regelmäßig an Landes- und Bundesgartenschauen teil, sagt Anne Schulz, die 1998 ihre Ausbildung zur Bildhauerin und Steinmetzin in der Nähe von Karlsruhe abschloss und 2015 eine Fortbildung zur "Gestalterin im Handwerk" in Halle/Saale hinzufügte. Dort entstand als Abschlussarbeit der Bildhauermeisterin auch das Ensemble, das nun Teil der IGA ist.

Sie schätze vor allem den langlebigen und nachhaltigen Charakter von Findlingen, für die sie eine moderne Umgestaltung anstrebe. "Gleichzeitig sind sie expressiv", schwärmt sie. Das Besondere an ihrer Sitzgruppe ist, dass aus einem Findling drei Sitze entstanden sind. Dafür hat sie den riesigen Stein aufwendig spalten müssen. Einem anderen Sitz hat Anne Schulz eine Drehfunktion gegeben.

Für den Zeitraum, in dem ihre Werke auf der IGA verweilen, will sich die Künstlerin, die in diesem Jahr das fünfte Bildhauer-Symposium in Biesenthal ausrichtet, in erster Linie ihre Arbeit zeigen. Vielleicht, so hofft sie, verkaufe sie aber auch etwas oder erhalte neue Aufträge. Unter anderem am 20. und 21. Mai ist Anne Schulz selbst auf der Ausstellung anzutreffen.

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