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Hans Still 13.03.2017 06:15 Uhr
Red. Bernau, bernau-red@moz.de

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Wanderhilfen für Moorfrösche und Molche

Biesenthal (MOZ) Wenn die Natur erwacht, machen sich paarungswillige Amphibien auf den Weg, um sich zu vermehren. Und weil Moorfrösche, Kammmolche oder Erdkröten durch die Autos gefährdet sind, muss der Mensch mit Krötenzäunen nachhelfen.

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Schon morgens unterwegs: Diesem Moorfrosch-Weibchen wurde am Sonnabend bei der Wanderung geholfen. F

© MOZ/Hans Still

Gerade einmal drei Grad Celsius ist es warm. Erst die Bewegung sorgt dafür, dass den Helfern der Nabu-Gruppe Barnim nicht die Hände klamm werden. Ute Hentschel und Andreas Krone arbeiten sich seit 9 Uhr am Wehrmühlenweg in Biesenthal voran. 200 Meter lang wird der Krötenzaun am Ende sein, alle zehn Meter kommt auf der, der Straße abgewandten Seite des Zaunes ein Eimer ins Erdreich. "Dort hinein fallen die Amphibien, die entlang des Zaunes wandern. Jeden Morgen werden die Eimer von Helfern geleert und die Tiere auf die andere Seite der Straße gebracht", erklärt Krone das Tun. Während Ute Hentschel die Rolle mit der Folie hält, verankert Krone diese in den Schlitzen der Hölzer, die zuvor entlang der Straße ins Erdreich getrieben wurden. Die Folie wird am Boden mit Erde bedeckt, Schlupflöcher soll es keine geben.

Im Gepäck seines Fahrzeuges beherbergt Andreas Krone nicht nur Spaten, Hammer, Pflöcke und Folien, aus den Tiefen des Wagens zaubert der Naturschützer auch eine Bilanz des vergangenen Jahres. Demnach konnten im Frühjahr 677 Amphibien am Biesenthaler Wehrmühlenweg gefangen und im Uferbereich des Birkensees ausgesetzt werden. Am stärksten waren die Erdkröten vertreten, 462 Exemplare pausierten notgedrungen in den Eimern. "Die Moorfrösche haben wir im vorigen Jahr möglicherweise verpasst. Die waren irgendwie früher dran", erinnert sich Krone an ein, zwei warme Nächte mit Regenfällen. In diesen Nächten müssen tausende Moorfrösche gewandert sein, so die Vermutung.

Dass es entlang des Wehrmühlenweges überhaupt Krötenzäune gibt, geht auf die Kappe der Hundefreunde, die ihre Vierbeiner in der Gegend ausführen. "Wir wurden tatsächlich von Hundehaltern darauf aufmerksam gemacht", bestätigen die Nabu-Helfer, zu denen auch Claudius Loga und sein Sohn Tadeus gehören. Der Biesenthaler ist in der Lokalen Agenda aktiv, sein Sohn beteiligt sich voller Freude am Krötenprojekt.

Bereits seit dem Februar schützen entlang der Börnicker Chaussee Krötenzäune die Amphiebien, ebenso entlang des Radweges von Ladeburg nach Lobetal. "Insgesamt betreut die Barnimer Nabu-Gruppe 800 Meter Krötenzaun, viel mehr könnten wir auch gar nicht leisten", berichtet Andreas Krone. Bis tief in den April hinein werden die täglichen Leerungen der Eimer abgestimmt. Im Internet gibt es demnach Listen, auf denen sich die Helfer eintragen können. "Jeder Eimer bekommt übrigens einen Schwamm und einen Stock", erklärt Krone. Der Schwamm garantiert Feuchtigkeit im Eimer, am Stock können Spitzmäuse hochklettern, wenn sie sich einmal in einem Eimer verirren sollten.

Besonders emsig gewandert werde aktuell entlang der Börnicker Chaussee. 38 Amphibien wurden am Freitagmorgen gezählt. Ende April verschwinden die Zäune wieder. Bis in den Herbst wandern die Frösche und Kröten zurück.

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