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Anwohner schalten in Zehdenick Anwalt ein

Das große Schweigen der Politiker

Für Schwerlastverkehr ungeeignet: die Verlängerte Ackerstraße in Zehdenick.
Für Schwerlastverkehr ungeeignet: die Verlängerte Ackerstraße in Zehdenick. © Foto: Risken
Martin Risken / 19.01.2012, 18:40 Uhr - Aktualisiert 20.01.2012, 09:47
Zehdenick (MZV) Als Schuldeingeständnis der Stadt wertet Rainer Schlie den Beschluss des Bauausschusses, die Verlängerte Ackerstraße in diesem Jahr ausbauen zu wollen.

Die Einwohnerfragestunde des Ausschusses nutzte der leidgeprüfte Anlieger, um Verwaltungs-Mitarbeiter und Politiker zu Rede zu stellen. „Erst fährt man uns die Häuser kaputt und jetzt sollen wir auch noch 30Prozent für die neue Straße zahlen. Wie geht denn das zusammen?“, wollte Schlie wissen. Doch anstatt zu antworten, schwiegen die Vertreter der Kommune. Schlie regte an: „Man kann sich das Geld für den Ausbau auch sparen, wenn die Straße für den Schwerlastverkehr gesperrt wird.“ Doch davon wollten die Abgeordneten nichts wissen. „Wir sind nicht befugt, über die Verkehrsströme in der Stadt zu befinden“, sagte Hermann Reichl (CDU). Der von der Stadt beauftragte Planer bestätigte: „Die Straße erfüllt nicht die Anforderungen für den Schwerlastverkehr.“

Es gebe zwei Möglichkeiten, das zu ändern. Die eine bestehe darin, eine noch dickere Asphaltschicht aufzutragen oder die Fahrbahn grundhaft auszubauen. Die erste Variante sei aber kaum billiger als die zweite und erschwere eine Nutzung der Bushaltestellen. Die grundhafte Erneuerung sei zu bevorzugen. Der 187 Meter lange Straßenabschnitt soll auf sechs Metern Breite ausgebaut werden. Zwei Busse werden sich begegnen können. An eine Tonnagebegrenzung sei aber nicht gedacht. Die Bauklasse III schreibe nur eine Achslastbegrenzung vor. „Theoretisch kann dort später auch ein 80-Tonner langfahren, wenn die Last auf entsprechend viele Achsen verteilt wird“, sagte Lipka.

Derzeit hoffen die Anwohner, dass die Stadt doch noch für die Schäden an ihren Häusern aufkommen wird. Schlie und sein Nachbar Manfred Hartwig haben sich einen Anwalt genommen. Schlie hat einen Fachmann zu Rate gezogen, der die Schäden an seinem Doppelhaus auf 19 000 Euro beziffert, die durch eine nicht für den Schwerlastverkehr geeignete Straße entstanden seien. Der Kommunale Schadensausgleich habe Schadensersatz mit Verweis auf eine angebliche Verjährung der Ansprüche bereits zurückgewiesen. Schlie und Hartwig wollen sich damit nicht abfinden. Wie könne die Sache verjährt sein, wenn sich an dem Zustand der Straße bislang nichts geändert hat?, fragen sie sich.

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