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Thomas Gutke 20.03.2017 10:19 Uhr
Red. Frankfurt (Oder), frankfurt-red@moz.de

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Der Naturschutzbund blüht auf

Frankfurt (Oder) (MOZ) Die Naturschutz-Gemeinde wächst: Der Nabu-Regionalverband Frankfurt-Eisenhüttenstadt hat 2016 mehr als 200 neue Mitglieder dazugewonnen. Gleichwohl bleibt die Zahl der aktiven Unterstützer für das Grün in der Region mit etwa 20 überschaubar. Ihre Arbeit ist vielfältig.

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Frankfurt (Oder), 04.08.2016 - Naurschutzgebiet zwischen Frankfurt (Oder) und Lebus im Bild: eines der zwei Steinerlöcher, umgeben von alten Weiden und Eichen. Es hat direkten Zufluß zur Oder.

© Winfried Mausolf

Werbung wirkt. Davon ließ sich zuletzt auch Axel Bialas überzeugen. Professionell begleitet von einer Werbeagentur hat sich die Mitgliederzahl des regionalen Nabu-Verbands binnen eines Jahres mehr als verdoppelt. "Ich war anfangs skeptisch", gibt der erst vor wenigen Tagen im Amt bestätigte Vorsitzende zu. Doch die Zahlen beeindruckten auch ihn - selbst wenn es sich bei den 200 größtenteils um Fördermitglieder und nicht um neue aktive Ehrenamtliche handelt. "Es macht bei Stellungnahmen einen Unterschied, ob wir 150 oder 350 Leute haben. Und mit einer Mitgliedschaft dokumentieren die Leute ja auch eine Haltung."

Nicht zuletzt unterstützen die Nabu-Mitglieder mit ihren Beiträgen die vielfältigen ehrenamtlichen Aktivitäten des Verbandes in der Oderregion rund um Frankfurt und Eisenhüttenstadt. Axel Bialas und seine Mitstreiter investieren Monat für Monat Hunderte Arbeitsstunden in den praktischen Naturschutz wie etwa die Wiesenmahd zum Erhalt seltener Orchideen, in Stellungnahmen oder in die Betreuung der Schutzgebiete. Jedes Jahr beobachten, dokumentieren und pflegen die Naturschützer dabei eines der Areale, die es im Verbandsbereich in großer Zahl gibt, und tragen so zum Erhalt des Naturschutzstatus bei.

2016 war dies das Gebiet Markendorfer Wald/Fauler See am südlichen Stadtrand von Frankfurt. Es steht seit 2002 wegen seiner Vielfalt verschiedener Biotope, seiner Wälder und Feuchtgebiete unter Schutz. "Wir haben das Gebiet ornithologisch, botanisch und feldherpetologisch erfasst und untersucht", erklärt Axel Bialas. Ein Ergebnis: einige seltene Vogelarten kommen nicht mehr vor, andere sind hinzu kommen. "Es hat eine Veränderung der Artenzusammensetzung gegeben." Arbeitsschwerpunkt in diesem Jahr sollen die nördlichen Oderwiesen sein. Eine Landschaft, geprägt vom Wechselspiel aus Hoch- und Niedrigwasser, so war es jedenfalls früher. Trotz des nun häufiger ausbleibenden Hochwassers bietet das etwa 212 Hektar große Schutzgebiet nördlich der Lebuser Vorstadt noch immer die vielleicht größten Vielfalt an Vogelarten, die in Frankfurt über das Jahr zu beobachten sind.

Mehr Biodiversität bleibt auch das Ziel des Kooperationsprojektes der Frankfurter Naturschützer zusammen mit dem Lebensmittelkonzern Rewe Group und der Bodensee-Stiftung. Der Regionalverband arbeitet dazu seit 2015 mit Markendorfer Obstbauern als Partner zusammen. Die Idee: ökologisch nachhaltiger und gleichzeitig profitabler Apfelanbau müssen sich nicht ausschließen. Obstbauern lernen von Naturschützern, wie man Blühstreifen für Wildbienen oder Nisthilfen für Insekten oder Vögel anlegt. Umgekehrt wächst aber auch das Verständnis der Naturschützer für bestimmte Notwendigkeiten im Obstanbau, bestätigt Axel Bialas. Unter dem Strich profitiere die Vielfalt - und neue (alte) Sorten bereichern das Angebot im Einzelhandel. "In diesem Jahr wollen wir damit beginnen, eine Modellplantage anzulegen", berichtet Bialas. "Die Zusammenarbeit läuft hervorragend. Und für die Natur ist das ein wunderbares Projekt."

In Anwaltschaft für das regionale Grün hat der Nabu 2016 zudem wieder mehrere Stellungnahmen zu Bauvorhaben und Planungen abgegeben. Dokumentationen des Nabu zu einem Horst des Rotmilan westlich von Booßen haben beispielsweise mit dafür gesorgt, dass der im neuen Regionalplanentwurf vorgesehene Windpark nahe des Ortsteiles nun deutlich kleiner ausfällt. Einfluss nahm der Nabu zudem auf die künftige Bebauung am Triftweg, der an die Oderwiesen grenzt. Die Abstand zu dem schützenswerten Lebensraum sei nun in einer von der SVV beschlossenen Satzung klar geregelt - auch dank guter Zusammenarbeit mit der Verwaltung, wie Axel Bialas betont. "So stelle ich mir das vor."

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