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Thomas Gutke 20.03.2017 19:54 Uhr
Red. Seelow, seelow-red@moz.de

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Praxistest für den Pflegenachwuchs

Frankfurt (Oder) (MOZ) 17 Auszubildende der Gesundheits- und Krankenpflegeschule proben seit dem vergangenen Montag den beruflichen Ernstfall. Auf der Station 26a für Diabetologie und Rheumatologie haben sie die Leitung übernommen - und bisher alles im Griff.

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Viel Verantwortung für den Pflegenachwuchs: Die beiden Auszubildenden Simone Brückert (v.l.n.r.) und Mareike Schulz kümmern sich zusammen mit der leitenden Stationsschwester Viola Tiedtke um Patient Michael Stalla.

© MOZ/Thomas Gutke

"Ich war skeptisch", gibt Viola Tiedtke ehrlich zu. Seit 40 Jahren arbeitet die Stationsschwester am Frankfurter Klinikum, gehört praktisch zum Krankenhausinventar. Dass nun zwei Wochen lang der Pflegenachwuchs auf ihrer Station - der 26a - das Sagen haben sollte, an den Gedanken musste sich auch sie erstmal gewöhnen. Mittlerweile aber sind alle Zweifel verflogen. Denn Pflegeschülerin Mareike Schulz hat sich auf dem Posten von Viola Tiedtke gut eingefuchst. "Ich gucke ihr bei der Arbeit über die Schulter, ziehe mich aber mehr und mehr zurück. Sie und die anderen Pflegeschüler machen das ganz hervorragend", ist die Stationschefin voll des Lobes.

Seit 2008 gibt es das Praxisprojekt inzwischen. Zwei Wochen lang übernehmen Auszubildende im dritten Jahr der an das Makrendorfer Klinikum angegliederten Gesundheits- und Krankenpflegeschule eine Klinikstation. Das eigentliche Pflegepersonal ist zwar immer mit dabei, hält sich aber im Hintergrund.

"Wir haben uns intensiv auf diese zwei Wochen vorbereitet, mit wichtigen Krankheitsbildern, Untersuchungen und Laborgeräten beschäftigt", erzählt Mareike Schulz. Die 21-Jährige hat in Strausberg Abitur gemacht und wollte beruflich unbedingt in den Medizinbereich, "um Menschen zu helfen", wie sie sagt. Von ihren Mitschülern wurde sie in geheimer Abstimmung zur leitenden Stationsschwester gewählt. Gemeinsam mit ihrer Stellvertreterin begann der Dienst für sie daher auch schon zwei Tage eher, um sich einarbeiten zu lassen und die Früh-, Spät und Nachtdienste für die Mitschüler zu planen. "Die Herausforderung besteht darin, den Überblick zu behalten und sich den Tag gut zu strukturieren. Man muss vieles koordinieren - die Einteilung der Pflegekräfte für die Zimmer, Termine für diagnostische Untersuchungen, Neuzugänge und Entlassungen", berichtet sie.

Eine ihrer Mitschülerinnen im Frühdienst ist Simone Brückert. "Für mich ist das genau der richtige Beruf", sagt die Frankfurterin - die 36-Jährige erfüllt sich mit der Ausbildung zur Krankenpflegerin gerade einen lange gehegten Berufswunsch. Das Stationsprojekt macht ihr großen Spaß. "Ich habe meine Zimmer und meine vier bis fünf Patienten, die ich versorgen muss, das heißt dann Körperpflege, Vitalwerte messen, Tabletten stellen, die Ärzte bei Visiten begleiten, Verbände anlegen, die Patienten zu Untersuchungen fahren und Dokumentationen schreiben", berichtet sie. "Man hat gut zu tun, um bis zur Übergabe an den nächsten Dienst alles abzuarbeiten". Allerdings stünden sowohl Pflegepersonal als auch Ärzte jederzeit mit Rat und Tat zur Seite.

Auf der Station mit 31 Betten werden vor allem ältere Patienten mit Rheuma, Diabetes oder Darmerkrankungen versorgt, untersucht und behandelt. Michael Stalla aus Alt Zeschdorf ist bereits seit mehr als einer Woche hier. "Die Pflegeschüler sind freundlich und zuvorkommend, ich bin sehr zufrieden", erzählt er, während Simone Brückert seinen Blutdruck und Puls im Auge hat. "Die Patienten nehmen das Projekt gut auf", erzählt Viola Tiedtke. Auch Krankenschwester Arlett Krüger kann den positiven Eindruck nur bestätigen. Sie begleitet den Pflegenachwuchs als Praxisanleiterin und ist Bindeglied zwischen Schule und Klinikum. "Die Schüler werden am Ende bewertet", erklärt sie. Der Praxistest - den eine erste Gruppe des Jahrgangs bereits im Februar absolvierte - sei eine wichtige Vorbereitung auf die Abschlussprüfungen im Sommer und den späteren Berufsalltag.

Die Chancen, dass viele der 30 angehenden Absolventen später auch im Klinikum arbeiten werden, stehen günstig, weiß Schulleiterin Manja Wegener. Denn gut ausgebildete Pfleger werden händeringend gesucht. "Es gibt 20 freie Stellen, die ersten Arbeitsverträge werden im April unterzeichnet."

Mehr zu der am 1. Oktober beginnenden Ausbildung unter klinikumffo.de/beruf-und-karriere

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