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Der Stephanus-Treffpunkt füllt zunehmend besser die vom Nordheimbund hinterlassene Lücke

Die Quartiersmanager des Nordens

Vor dem Stephanus-Treffpunkt: Alexandra Bach (l.) leitet die Einrichtung. Stephanus-Bereichsverantwortliche Sophia Wirtz (r.) hat das Konzept mit entwickelt.
Vor dem Stephanus-Treffpunkt: Alexandra Bach (l.) leitet die Einrichtung. Stephanus-Bereichsverantwortliche Sophia Wirtz (r.) hat das Konzept mit entwickelt. © Foto: MOZ/Gerd Markert
Jens Sell / 20.06.2017, 18:39 Uhr
Strausberg (MOZ) Der Kiez der Wriezener Straße entwickelt sich immer mehr zu einem der schönsten Wohngebiete der Stadt. Der Stephanus-Treffpunkt will sich um das Zusammenleben im ganzen Quartier zwischen Peter-Göring-Straße und Straussee kümmern.

Ein großes Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel wollen sie anschaffen, eines, mit dem auch ältere und bewegungseingeschränkte Menschen spielen können. Denn besonders die sollen sich im Stephanus-Treffpunkt in den Räumen der früheren Sparkassen-Zweigstelle Strausberg-Nord wohl fühlen. "Dafür haben wir hier einen barrierefreien Zugang zu unserem Veranstaltungsraum und eine Behindertentoilette", sagt Alexandra Bach, die den Stephanus-Treffpunkt leitet. Dank der am vergangenen Sonnabend übergebenen Fördermittel der Fernsehlotterie sind die Personalkosten für das Quartiersmanagement im Stephanus-Treffpunkt für drei Jahre gesichert. Beim Grillfest haben Alexandra Bach und Sophia Wirtz, die Stephanus-Bereichsverantwortliche aus Berlin, deshalb Spenden für das große Brettspiel gesammelt.

Doch die Personalkosten für die Hauptamtler sind das eine, sagt Sophia Wirtz, "für besonders wichtig erachten wir die Förderung ehrenamtlicher Tätigkeit im Quartier. Wir wollen die hier immer noch alltägliche gutnachbarliche Hilfe, das Zusammengehörigkeitsgefühl stärken und ihm mit dem Stephanus-Treffpunkt eine Heimstatt geben." Der Hintergrund ist ein ernster: Die demografische Entwicklung lässt den Anteil alter und pflegebedürftiger Menschen in der Strausberger Einwohnerschaft immer weiter wachsen. Der Kiez Strausberg-Nord bildet da keine Ausnahme, ganz im Gegenteil: An der Spitze nahe dem Nordkreisel entstehe die Demenz-Wohngemeinschaft. An Stelle des Klubs am See werden 76 seniorengerechte Service-Wohnungen errichtet. Es folgt das evangelische Seniorenzentrum Dietrich Bonhoeffer von Stephanus Pflege und Wohnen und noch einmal altersgerechtes Wohnen. "Es ist absehbar, dass die professionellen Pflegedienste und stationären wie teilstationären Betreuungseinrichtungen irgendwann einmal überfordert sind. Pflegepersonal ist heute schon knapp, in wenigen Jahren ist der Bedarf noch größer", macht Sophia Wirtz die Dramatik der demografischen Entwicklung deutlich.

Seit der Wende hatte der Nordheimbund 91 viele Sorgen der Bewohner des Nordens aufgenommen und an die zuständigen Stellen weitergetragen, Freizeitaktivitäten wie Wanderungen, Filmvorführungen, Vorträge und Diskussionen im Nordheimtreff, Stadtteil-Rundgänge und einfach die Nachbarschaftshilfe organisiert. Seit der Vorstand ohne Nachfolger in den Ruhestand gegangen ist, sind diese wichtigen Faktoren der Lebenszufriedenheit und des Zusammenlebens weggefallen, liegen auch ehrenamtliche Potenzen brach. Dessen sind sich Alexandra Bach wie auch die Bereichsverantwortliche aus Berlin, Sophia Wirtz, bewusst. "Wir sind durchaus bereit, diese Lücke zu füllen", sagt Alexandra Bach. Und die räumlichen Voraussetzungen könnten besser kaum sein. Seit seiner Eröffnung vor einem Jahr konnte der Stephanus-Treffpunkt zu Reisevorträgen oder von der Stadtbibliothek unterstützten Vorträgen schon viele Anwohner begrüßen. Die Wohnungsbaugenossenschaft Aufbau hält regelmäßig ihre Mietersprechstunde im Stephanus-Treffpunkt.

"So halten wir Kontakt zu den Akteuren im Quartier", sagt Alexandra Bach, "wir wollen ein Netzwerk aufbauen, in das sich alle einbringen können, die mit den Bewohnern zu tun haben, die Ärzte, die Apotheken, Pflegedienste, auch die Kitas, das Krankenhaus und die Schule." Schließlich gebe es nicht nur alte Menschen im Quartier, es ziehen auch junge Familien ein. Die attraktiven Mehrfamilienhäuser nahe dem See, aber auch die Wohnungen in den Blöcken der Peter-Göring-Straße ziehen Familien mit Kindern an. "Auch ihnen wollen wir gern Ansprechpartner sein, und sei es nur, unsere Räumlichkeiten für Familienfeiern zu vermieten."

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