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Rettung für Kröte, Molch und Frosch

Vorsichtige Annäherung: Christoph Kotzky zeigte eine Knoblauchkröte. Das hellbraune Tier gehört zu den kleineren Arten und ist durch ein Bundesgesetz streng geschützt. Die Kröte ist selten, kommt aber auch im Schlaubetal vor.
Vorsichtige Annäherung: Christoph Kotzky zeigte eine Knoblauchkröte. Das hellbraune Tier gehört zu den kleineren Arten und ist durch ein Bundesgesetz streng geschützt. Die Kröte ist selten, kommt aber auch im Schlaubetal vor. © Foto: Ralf Loock
Ralf Loock / 07.04.2016, 06:30 Uhr
Groß Lindow (MOZ) Einen 500 Meter langen Schutzzaun für Kröten, Molche und Frösche haben Mitarbeiter des Landesbetriebs Forst entlang einer Waldstraße zwischen Schlaubehammer und dem Helenesee errichtet. 2015 hat man so rund 12 000 Tiere eingefangen und über die Straße getragen.

In diesen Frühlingstagen erwacht die Natur zu neuem Leben, überall in den Wäldern und Wiesen raschelt es. So machen sich auch Frösche, Molche und Kröten auf den Weg zu ihren Laichplätzen. Die Tiere haben die Angewohnheit, dass sie unbedingt an jene Stelle zurückwollen, an der sie das Licht der Welt erblickten. Die Koordinaten für diesen Punkt scheinen sie ihr Leben lang nicht zu vergessen.

So ist es auch im Schlaubetal, dort gibt es in dem Groß Lindower Ortsteil Schlaubehammer das Feuchtgebiet Hammerlauch. Gewöhnliche Teichfrösche, die seltene Knoblauchkröte und kleine Teichmolche aus einem Einzugsgebiet von drei Kilometer Entfernung wollen dorthin. Wenn sie in der Nähe des Hammerlauchs ihr Quartier haben und keine Straße queren müssen, dann steht ihnen eine gute Wanderung bevor.

Allerdings lebt der Großteil auf der anderen Seite jener asphaltierten Straße, die von Schlaubehammer zum Helenesee führt. Dieser Abschnitt ist eine Todesfall für viele Amphibien. Früher konnte man dort immer wieder tote Tiere entdecken, ein trauriges Bild. Daher begann 2006 der damalige Revierförster Frank Noack mit einigen Helfern einen Schutzzaun entlang der Straße zu installieren. Rund 500 Tiere wurden damals per Hand über die Straße transportiert.

In diesem Jahr sind Naturschützer dort wieder unterwegs, unter Anleitung von Revierförster Michael Köckritz und Ausbilder Frank Wilde haben die Auszubildenden Tobias Krause, Christoph Kotzky, Alexander Lau, Alexander Gubarew und Alec Poppe in Schlaubehammer einen Krötenschutzzaun errichtet. "Der heißt zwar so, dient aber auch Fröschen und Molchen", erläuterte der Förster. Mit den Arbeiten war bereits Ende Februar begonnen worden.

Auf der dem Hammerlauch gegenüberliegenden Straßenseite wurde zunächst ein etwas zwei Meter breiter Streifen von Pflanzen jeglicher Art befreit. Dann wurde der rund 500 Meter lange Plastikzaun im Boden verankert, diese grüne Sperre ragt etwa 30 Zentimeter über dem Erdreich raus und kann von Fröschen, Molchen und Kröten nicht überwunden werden. Da sie aber wissen, dass in wenigen hundert Metern Entfernung ihr Laichgebiet liegt, laufen sie links oder rechts parallel zum Zaun auf der Suche nach einer Lücke. Aber rund alle zehn Meter ist ein Plastikeimer im Boden versenkt worden, so plumpsen die Tiere in diese Behälter. "Es ist in der Tat so, dass sie nicht erkennen, dass sie vor einer Vertiefung stehen", erläuterte Michael Köckritz.

In diesem Eimer sammeln sich im Laufe des Tages mitunter rund zwei Dutzend Tiere an. Daher sind die jungen Männer, die beim Landesbetrieb zum Forstwirt ausgebildet werden, jeweils einmal morgens und einmal abends unterwegs, um die rund 50 Eimer mit den Tieren über die Straße zu tragen und auf der anderen Seite vorsichtig zu entleeren. Dabei wurde immer präzise Buch geführt, so hat man beispielsweise am 2. März zwei Kamm-Molche und 18 Teich-Molche gerettet, am 29. März waren es 183 Moor-Frösche und 1175 Erdkröten. Insgesamt hat man im vergangenen Jahr rund 12 000 Tiere gezählt, die meisten saßen in den Eimern, einige hat man vor dem Plastik-Zaun auf ihrer Wanderschaft angetroffen.

Da die Tiere bis ungefähr Ende April versuchen werden, ihr Laichgebiet zu erreichen, haben die Mitarbeiter des Landesbetriebs Forst noch einige Wochen gut zu tun.

Ähnliche Schutzanlagen seien ihm in der Oderregion im Buschmühlenweg in Frankfurt sowie bei der Klixmühle in Groß Lindow bekannt, erläuterte Michael Köckritz. "Die jungen Auszubildenden haben einen wichtigen Beitrag für unsere Natur geleistet, sie haben im Schlaubehammer gut gearbeitet", lobte er.

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