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Ein Saisonstart ohne Kunden

Mangel-Beseitigung: Am Dienstag floss der Verkehr noch über die Brücke, ab heute ist sie bis zum 21. April gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Marienwerder. Für den Linienverkehr der Barnimer Busgesellschaft gibt es ein Ersatzhaltestelle im Eberswalder W
Mangel-Beseitigung: Am Dienstag floss der Verkehr noch über die Brücke, ab heute ist sie bis zum 21. April gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Marienwerder. Für den Linienverkehr der Barnimer Busgesellschaft gibt es ein Ersatzhaltestelle im Eberswalder W © Foto: MOZ/Kai-Uwe Krakau
Kai-Uwe Krakau / 12.04.2017, 06:50 Uhr
Zerpenschleuse (MOZ) Von heute bis zum 21. April wird die Brücke über den Langen Trödel in Zerpenschleuse für den Verkehr gesperrt - kurz vor Ostern verärgert das vor allem die örtlichen Unternehmen.

Enrico Nebenführ kann sich nur wundern. Dass die Brücke am Langen Trödel vor dem Saisonstart überprüft wird, weiß er. "Aber das dauerte immer nur zwei Tage", erinnert sich der Unternehmer, der mit Janine Kautza das Geschäft "Blütenpassion" betreibt. Nun sollen sich die Arbeiten aber über zehn Tage erstrecken. Nebenführ vermutet, dass vielleicht doch etwas mehr zu machen ist, als es die Ankündigung erahnen lässt. "Die Osterferien sind die denkbar schlechteste Zeit für die Arbeiten", meint der junge Mann. Viele potenzielle Kunden würden durch die Umleitung über Marienwerder die Geschäfte überhaupt nicht erreichen. "Durch die Baumaßnahmen in den vergangenen Jahren haben einige schon aufgegeben", erzählt Nebenführ. Dabei hat der Unternehmer nichts gegen das Projekt der Wassertourismus Initiative Nordbrandenburg (WIN) - ganz im Gegenteil. Das sei eine Chance für die gesamte Region. "Ich wünsche mir nur, dass alle Beteiligten endlich an einem Strang ziehen und das Vorhaben vernünftig zu Ende bringen", sagt der Zerpenschleusener.

Das sieht auch André Hauswald so. Der Inhaber eines Eis-Cafés denkt zudem, dass man die Osterferien für die Arbeiten wählte, um der Barnimer Busgesellschaft entgegen zu kommen. Deren Fahrzeuge können nämlich nicht die andere, im Ort vorhandene Brücke über den Langen Trödel nutzen. "Außerdem wurden wir nicht über die Sperrung informiert. Ich habe davon erst aus der Zeitung erfahren", so Hauswald, der auch an das WIN-Projekt glaubt. Er erinnert daran, dass die Bauarbeiten anderthalb Jahre länger gedauert haben als ursprünglich geplant. "Da sind massive Fehler gemacht worden", sagt der Café-Besitzer und denkt schon mal laut über Regressforderungen der Gewerbetreibenden gegenüber der Baufirma nach.

"Wir haben alle unter der Bautätigkeit gelitten", erinnert sich Tankstellen-Pächter Jörg Arens. Dabei lebe man doch vom Durchgangsverkehr. Dafür, dass nun Arbeiten stattfinden müssen, hat Arens durchaus Verständnis. Für das ausführende Unternehmen allerdings nicht. "Man sollte vielleicht über eine Schadensersatzklage nachdenken", sinniert auch Arens. Darüber hinaus wünscht er sich mehr Unterstützung von der Gemeinde Wandlitz. Ein Informationsabend wäre nicht schlecht, so der Tankstellen-Pächter.

Hans Frodl spricht unterdessen von einem "Mangel", der in den kommenden Tagen an der Brücke behoben werden soll. Bei Wärme verändere sich die Ausdehnung des Spaltes zwischen dem Tragwerk und der Fahrbahn, so der Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes "Schnelle Havel" mit Sitz in Liebenwalde. Deshalb seien auch entsprechende Nacharbeiten erforderlich. Ob es in diesem Zusammenhang um Regress-Forderungen geht, steht nach Angaben von Frodl noch nicht fest. "Wir prüfen das derzeit". Es sei durchaus möglich, dass falsch gebaut wurde. Auf der anderen Seite können es aber auch im Laufe der Zeit zu Bodenbewegungen gekommen sein.

Den gewählten Termin für die Arbeiten verteidigt der Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes. "Wir haben das aus Rücksicht auf den Schülerverkehr so gemacht", sagt Frodl.

Die Gemeinde Wandlitz weist den Vorwurf der verspäteten Information indes zurück. "Wir haben die verkehrsrechtliche Anordnung am 6. April erhalten und dies dann auch gleich an die Zeitungen gegeben", sagt Pressesprecherin Elisabeth Schulte-Kuhnt. Darüber hinaus seien die Hinweise auf der Homepage der Kommune veröffentlicht worden.

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