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Biesenthaler machen ihrem Unmut Luft

Sabine Rakitin / 19.04.2017, 06:09 Uhr
Biesenthal (MOZ) Das Thema Wehrmühle stand nicht auf der Tagesordnung der jüngsten Biesenthaler Stadtverordnetenversammlung. Gleichwohl wurde es in der Einwohnerfragestunde ausgiebig diskutiert, denn in der Stadt formiert sich der Widerstand gegen die Bebauungspläne von Eigentümer Michael Hecken.

Wie stark soll die Bebauung an der Wehrmühle ausgedehnt werden? Wie will die Stadt sicherstellen, dass das Beispiel nicht Schule macht, Splittersiedlungen wie die Wehrmühle baulich zu erweitern? Wie wollen die Stadtverordneten anderen Investoren ähnliche Vorhaben verweigern? Oder will die Stadt Biesenthal Zuzug um jeden Preis?

Es ist nicht unschwer zu erkennen, dass die Biesenthalerin, die sich als erste in der Einwohnerfragestunde zu Wort meldet, das Ja der Stadtverordnetenversammlung zur Aufstellung eines B-Planes für die Wehrmühle missbilligt. Eigentümer Michael Hecken will dort vier Häuser von hoher architektonischer Qualität bauen - teils zum ständigen Wohnen, teils als Feriendomizile. Dazu ist ein kulturelles Zentrum mit Gastronomie geplant. Das alles auf einem Areal im Außenbereich der Stadt, am Eingang zum Naturpark Barnim. 75 Prozent der Stadtverordneten befürworteten Heckens Pläne in der Februar-Sitzung. Das Bemühen der Linken, die Entscheidung zu verschieben, bis das Leitbild für die Entwicklung der Stadt ausgearbeitet ist, blieb ebenso erfolglos wie die gleichlautende Empfehlung des Bauausschusses unter CDU-Führung.

Zu den Befürwortern der Pläne gehört Bürgermeister Carsten Bruch (CDU). Der Aufstellungsbeschluss sei ja noch keine Baugenehmigung, erklärt er in der Einwohnerfragestunde und verweist darauf, dass der B-Planentwurf zur Beteiligung der sogenannten Träger öffentlicher Belange ausgelegt werde. Dann könnten auch die Biesenthaler ihre Einwendungen geltend machen. Im Übrigen stünden die Flächen, auf denen gebaut werden solle, fest. "Herr Hecken hat sich selbst eine starke Begrenzung auferlegt", erklärt der Bürgermeister. Und: "Eine Ausdehnung bis zur Kirschallee ist nicht vorgesehen", antwortet das Stadtoberhaupt auf eine entsprechende Frage.

Von der Forderung der Linken, mit einer Entscheidung zu warten, bis das Leitbild für die Stadt fertig ist, hält Carsten Bruch nichts. "Es gab in Biesenthal noch nie eine Zurückweisung eines Investors", sagt das Stadtoberhaupt. "Jetzt sämtliche Investoren bis zum fertigen Leitbild warten zu lassen, ist nicht der richtige Weg", ist er überzeugt.

Dirk Siebenmorgen (Linke), der zu den Gegnern der Hecken-Pläne gehört, stimmt dem Bürgermeister insofern zu, als dass es noch Möglichkeiten gibt, Einfluss auf das künftige Geschehen an der Wehrmühle zu nehmen. "Den Aufstellungsbeschluss können wir nicht mehr rückgängig machen", sagt Siebenmorgen. "Aber es ist jetzt an uns, darauf zu achten, dass das Baugebiet nicht ausufert."

Von den Einwohnern kommen weitere Klagen: dass das Landschaftsbild durch die vorgesehenen Gebäude mit zwei Vollgeschossen stark verändert und auf die Natur gar keine Rücksicht genommen werde. Doch bei den meisten Stadtverordneten stoßen sie auf Unverständnis. Er finde das jetzige Konzept von Michael Hecken hervorragend, es mache Spaß, diesem zuzuhören, sagt ein Stadtverordneter. "Ich verstehe diese permanente Angst nicht", wundert er sich.

Margitta Mächtig von der Linksfraktion indes teilt die Befürchtungen, die die Biesenthaler in dieser Einwohnerfragestunde äußern. "Ich sehe größere Auswirkungen auf die Stadt als meine Kollegen", gibt sie zu Protokoll.

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Bernd Meißner 20.04.2017 - 14:33:44

Biesenthaler SVV ganz naturnah

Die SVV Biesenthals am 13.044.2017 stand mit gut besuchter Bürgerschaft ganz im Zeichen der Naturverbundenheit. Sowohl in der Bürgerfragestunde als auch mit einer Beschlußfassung ging es um die Sorge verantwortungsbewußter Bürger vor kommerzieller Entfremdung bei beabsichtigter Bebauung des Wehrmühlenareals im angrenzenden Landschaftsschutzgebiet. Die vorgetragenen Probleme wurden von den Stadtverordneten auf den nunmehr zu erstellenden Bebauungsplan vertagt. Bleibt zu erwarten,dass die Bürgereinwände auch rechtzeitig öffentlichkeitswirksam eingebracht werden können.- Nicht wenige Bürger Biesenthals wurden durch die plötzliche Entdeckung einer schutzbefohlenen Eidechsenart an der Kreuzung vor Wullwinkel i. R. Biesenthal durch den Initiator der Fahraddemo zur Forcierung des Radweges nach Wullwinkel iim Herbst vorigen Jahres überrascht. Die Folge dieser Entdeckung ist die Anlage eines Schutzgebietes an dieser Kreuzungsstelle, wo auch der zu bauende Radweg vorgesehen ist. Bleibt die Sorge, ob dieser Vorfall die Schließung der Radweglücke nicht zu einer weiteren Zeitverzögerung u. zu höheren als geplanten Kosten führt. Mit dem Beschluß der SVV mit Stimmenmehrheit gegen 3 Gegenstimmen der Grünlinge von Biesenthal zur Weiterbetreibung des Campingplatzes Prendener Mittelsee ist der Naturverbundenheit der Menschen entsprochen worden, was nicht nur von den eigens dazu angereisten Nutzern des Campingplatzes gewürdigt wurde.

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