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Thomas Pilz 19.04.2017 07:00 Uhr
Red. Gransee, lokales@gransee-zeitung.de

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Erinnerung an eine Schreckenszeit

Ravensbrück (GZ) Auch für dieses Jahr sind Feierlichkeiten zur Befreiung des KZ Ravensbrück geplant. Ende April vor 72 Jahren konnten die Gefangenen des KZ aufatmen, als die Sowjetarmee einmarschierte. Freilich können sich nur noch wenige Überlebende an der Feier in der Gedenkstätte Ravensbrück beteiligen.

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Zentrales Gedenken: Am Sonntagvormittag findet wieder die Hauptveranstaltung statt - hier ein Foto aus dem Vorjahr. Als Vertreterin des Internationalen Ravensbrück Komitees wird diesmal die Polin Barbara Piotrowska sprechen.

© Matthias Henke

Umso bedeutender ist die Teilnahme der Polin Barbara Piotrowska. Sie war als Kind im KZ Ravensbrück inhaftiert und wird das Internationale Ravensbrück Komitee bei den Gedenkfeiern vertreten. Während der zentralen Gedenkveranstaltung will sie zu den Anwesenden sprechen, ebenso die brandenburgische Kulturstaatssekretärin Dr. Ulrike Gutheil und der österreichische Schriftsteller Robert Schindel.

Robert Schindel wurde 1944 als Kind jüdischer Kommunisten geboren. Nach deren Verhaftung überlebte er im jüdischen Kinderspital in Wien, während sein Vater im KZ Dachau ermordet wurde und seine Mütter die Konzentrationslager Auschwitz und Ravensbrück überlebte. In seinen Werken spielen die Schoa und die Auseinandersetzung mit der "Vergessenshauptstadt" Wien eine zentrale Rolle.

Die zentrale Gedenk-Kundgebung wird am kommenden Sonntag um 10 Uhr stattfinden. Anschließend soll um 13 Uhr im Großen Foyer des ehemaligen Garagentraktes eine Ausstellung eröffnet werden. 13 Porträts ehemaliger Ravensbrückerinnen des Dresdner Malers Christoph Wetzel werden gezeigt. Die Gemälde von Überlebenden, die sich für die Erinnerung an Ravensbrück auf unterschiedliche Weise engagiert haben, sind zwischen 1991 und 2008 im Auftrag der Gedenkstätte Ravensbrück entstanden. Christoph Wetzel, der unter anderem durch seine Rekonstruktion der Kuppelfresken in der Dresdener Frauenkirche Bekanntheit erlangte, wird bei der Eröffnung anwesend sein.

Ebenfalls am 23. April um 14 Uhr stellt der Internationale Freundeskreis für die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück e.V. den Band "Zwangsarbeit für Siemens im Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück. Kommentierte Berichte von Zeitzeuginnen" vor. Er versammelt Berichte von 75 ehemaligen KZ-Häftlingen aus ganz Europa, die in der 1942 errichteten Siemens-Fertigungsstelle im KZ Ravensbrück Zwangsarbeit leisten mussten. Sie liefern ein vielstimmiges Bild über die Arbeits- und Lebensbedingungen, die Beziehungen zu den Zivilarbeitern und den Bewachern sowie die Möglichkeiten der Sabotage. Dr. Ewald Blocher vom Siemens Historical Institute München / Berlin, das dieses Projekt mit einer großzügigen Spende ermöglicht hat, wird ein Grußwort sprechen. Begleitet wird die Buchpräsentation von einer Fotoausstellung, die die materiellen Produkte der Zwangsarbeit bei Siemens in Ravensbrück zeigt: Relais, Kupferdrahtspulen, Kehlkopfmikrofone sowie Teile von Feldtelefonen sind zu sehen.

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