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Sabine Rakitin 20.04.2017 06:10 Uhr
Red. Bernau, bernau-red@moz.de

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Mit der Makadamdecke ist es vorbei

Biesenthal (MOZ) In Biesenthal wird es künftig nur noch einen normgerechten Straßenausbau geben. Das beschlossen die Stadtverordneten in ihrer jüngsten Sitzung mehrheitlich. Damit sind die Zeiten, da Siedlungsstraßen eine Asphalt- oder Makadamdecke erhielten, ohne dass die Besitzer der anliegenden Grundstücke Beiträge dafür zahlten, vorbei.

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Hat die Stadt 30000 Euro gekostet: die Fahrbahndecke aus Makadam in der Ahornstraße

© MOZ/Sergej Scheibe

Als André Stahl (Linke) im Oktober 2014 seinen Dienst als Bürgermeister in Bernau antrat, brachte er aus seiner Heimatstadt Biesenthal etwas mit, dass vielen Bewohnern von Anliegerstraßen wie eine Verheißung in den Ohren klang - die sogenannte erweiterte Straßenunterhaltung. Das Prinzip: Ausgewählte unbefestigte Straßen werden nicht mehr grundhaft ausgebaut, sondern erhalten eine Decke aus alternativen Materialien wie Asphaltfräsgut oder Tränkmakadam. Der Vorteil für die Besitzer anliegender Grundstücke: Sie müssen dafür keine Beiträge bezahlen, weil es sich um eine Straßenunterhaltung handelt. Der Nachteil für die Kommune: Sie trägt die Kosten allein.

Etwa zehn Jahre halte ein solcher Belag, erklärte Stahl den Bernauer Stadtverordneten. Man müsse sich aber darüber im Klaren sein, dass es eines Tages, wenn die Straße grundhaft ausgebaut werde, zu höheren Kosten komme, weil die "provisorische Decke" dann aufgenommen und entsorgt werden müsse. Gleichwohl befürwortete das Bernauer Parlament eine solche Verfahrensweise. In diesem Jahr wurden die ersten Straßen in Waldfrieden und Nibelungen entsprechend hergestellt. "Die Bürger sind so glücklich", lobte Andreas Neue (Bündnis für Bernau)in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung. "Sie können gar nicht glauben, dass sie keine Straßenausbaubeiträge zahlen müssen."

In der Nachbarstadt Biesenthal hingegen, in der diese erweiterte Straßenunterhaltung seit 2012 praktiziert wird, sind die Stadtverordneten ernüchtert. "In Auswertung der Ergebnisse durch den Bauausschuss wurde eingeschätzt, dass wohl eine kurzfristige Verbesserung der bestehenden Situation entstanden ist, aber diese Bauweise in Bezug auf Gebrauchswert und Nachhaltigkeit nicht den Erwartungen und Anforderungen an Siedlungsstraßen entsprechen", heißt es in einer Vorlage, die die Amtsverwaltung den Stadtverordneten auf den Tisch legte. Es sei bereits absehbar, dass ein Fahrbahnbelag aus alternativen Materialien eine erhöhte Schadensanfälligkeit aufweise. "Eine Sanierung auftretender Schäden in diesen Bereichen hat auch einen erhöhten Aufwand zur Folge, ohne einen nachhaltigen Reparaturerfolg zu gewährleisten", stellten die Fachleute fest. Und der Bauausschuss empfahl, in Biesenthal wieder zu einem normgerechten Straßenausbau zurückzukehren.

"Ich bin ein Befürworter des grundhaften Straßenausbaus", bekannte Andreas Jahn (CDU), Vorsitzender des Gremiums, vergangene Woche in der Stadtverordnetenversammlung. Er stellte für die mit Makadam oder Asphalt hergestellten Straßen einen "hohen Verschleiß und hohe Reparaturkosten" fest. Überhaupt würden für die sogenannte erweiterte Straßenunterhaltung ebenfalls 30 bis 35 Prozent der Kosten eines grundhaften Ausbaus anfallen. Als Beispiel nannte er die Ahornstraße. "Die hat 30000 Euro gekostet", bemerkte er. "Und die Anlieger zahlen nichts." Mit Blick auf 22 Kilometer unbefestigter Straßen in Biesenthal stellte Jahn missbilligend fest: "Wir machen als Stadt den Bürgern Geschenke, die wir uns nicht leisten können".

Margitta Mächtig (Linke) wollte eher, dass der Bauausschuss differenzierter herangeht und eine Liste erstellt, welche Straßen grundhaft ausgebaut und welche lediglich auf dem Weg einer "erweiterten Unterhaltung" hergerichtet werden sollen. Ähnlich äußerte sich auch Detlef Matzke, der Ortsvorsteher von Danewitz. "Einen solchen Beschluss brauchen wir nicht, weil wir hier sowieso über jede Straße und deren Ausbaugrad abstimmen", stellte Bürgermeister Carsten Bruch (CDU) fest.

Auch der Bündnisgrüne Andreas Krohne will, dass die Straßen grundhaft ausgebaut werden. "Ich wohne jetzt 20 Jahre in Biesenthal und habe es satt, nicht mal trockenen Fußes bis zur Bahnhofstraße zu kommen", wetterte er. So wurde die Rückkehr zum normgerechten Straßenausbau mit elf Ja- gegen sechs Nein-Stimmen bei zwei Enthaltungen beschlossen.

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