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Sabine Rakitin 26.04.2017 08:00 Uhr - Aktualisiert 26.04.2017 11:22 Uhr
Red. Bernau, bernau-red@moz.de

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Bäume der Hoffnung

Bernau/Biesenthal (MOZ) Barnims Dezernenten schwärmten am Dienstag aus. Anlässlich des Welttages des Baumes half Silvia Ulonska, zuständig für Soziales, an den Übergangswohnheimen in Bernau Friedenslinden zu pflanzen. Ihr Kollege aus dem Wirtschaftsressort, Carsten Bockhardt, eilte nach Biesenthal.

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Bewohner der Flüchtlingsunterkunft an der Wandlitzer Chaussee pflanzen gemeinsam mit Sozialdezernentin Silvia Ulonska (3.v.r.), Heimleiterin Andrea Räthel (2.v.l.) und EJF-Verbundleiter Lars Liepe im Hof der Einrichtung zwei Friedenslinden.

© MOZ/Sergej Scheibe

Andrea Räthel begutachtet das Werk. "Sieht schön aus", stellt die Leiterin der beiden Übergangswohnheime in Bernau-Waldfrieden fest. Gerade ist auf dem Gelände der neuen Unterkunft an der Wandlitzer Chaussee die erste Friedenslinde gepflanzt worden. Mit vereinten Kräften haben Bewohner des Heimes, Sozialdezernentin Silvia Ulonska und Kristian Stelse von der Unteren Naturschutzbehörde sowie Andrea Räthel und Lars Liepe, Verbundleiter der Flüchtlingshilfe des Evangelischen Jugendfürsorgewerkes (EJF), den Baum auf dem Innenhof des Gebäudes in die Erde gebracht. Nun wird noch ein weiterer gepflanzt. Später sollen Bänke unter den Linden stehen - ein Platz zum Ausruhen und Erholen.

Mit Speisen aus ihren Heimatländern bewirten die Bewohner die Gäste an diesem Tag. Lars Liepe erzählt, dass der Tag des Baumes 1852 in Nebraska erstmals zelebriert wurde. Noch einmal 40 Jahre dauerte es, "bis die Liebe zur Natur und der Gestaltungswille der Bürger sich in den USA insgesamt durchgesetzt hat". 1951 dann erklärte die UNO den 25. April zum Welttag des Baumes. Sechs Jahre nach dem verheerenden Krieg sollte es ein Symbol der Hoffnung sein und des Willens der Menschen, die Natur neu zu gestalten. Lars Liepe sieht in den Friedenslinden, die an diesem Vormittag gepflanzt wurden, einen Impuls, "dass es weitergeht - mit uns und den Bäumen". Er zitiert Sure 14 aus dem Koran: "Siehst du nicht, wie Gott das Gleichnis vom guten Wort anführt? Er vergleicht das gute Wort mit einem guten Baum, dessen Wurzeln fest in der Erde liegen und dessen Äste hoch in den Himmel ragen."

Immer, wenn sie in den Bernauer Flüchtlingswohnheimen sei, habe sie einen guten Eindruck, lobt Silvia Ulonska die EJF-Einrichtungen in Waldfrieden. Auch sie verbindet mit den Friedenslinden Hoffnungen. "Ich wünsche mir Frieden in der Welt - draußen und hier drinnen- und dass wir Verständnis für einander haben, trotz verschiedener Religionen", sagt sie. Dieter Gadischke, Kreisjugendwart der Evangelischen Kirche Barnim, greift zu seiner Gitarre. Das Lied, das alle gemeinsam singen, passt, als wäre es für diesen Tag gemacht: "Pflanzt den Baum der Hoffnung vor unser Haus, dass er seine Arme streckt weit hinaus. Jeden begrüßt er, lässt dich ein und aus. Pflanz den Baum der Hoffnung vor unser Haus..."

In Biesenthal geht es am Nachmittag weniger prosaisch zu. An der Puccinistraße wird eine kleine Mehlbeerenallee, bestehend aus 20 Bäumen, gepflanzt. Vizelandrat Carsten Bockhardt, Amtsdirektor André Nedlin und Bürgermeister Carsten Bruch treten gemeinsam in Aktion. Das Gros der Arbeit ist allerdings bereits erledigt. René Bechstein und seine Kollegen von der Firma Garten- und Landschaftsgestaltung Golzow haben die Bäume bereits eingepflanzt. Ausgesucht wurde die Gehölzart die in West-, Mittel- und Südeuropa gebräuchlich ist, von den Mitgliedern des Biesenthaler Bauausschusses und Peer Wischenkow. Eigentlich wolle man ja einheimische Arten pflanzen, sagt der Sachbearbeiter für Umwelt- und Naturschutz in der Amtsverwaltung Biesenthal-Barnim. Doch so einfach sei das gar nicht mehr, wissen er und Pflanzenexperte René Bechstein. Der Boden in der Puccinistraße ist sandig und die Erfahrungen lehren, dass einheimische Baumarten unter den veränderten Standortbedingungen leiden. Selbst die Mehlbeeren, die warmes, trockenes Klima gewöhnt sind, müssen geschützt werden. Die 20 Stämme in der Puccinistraße haben allesamt einen Weißanstrich bekommen, der gegen UV-Strahlen helfen soll. Und bevor die Bäume gepflanzt wurden, erfolgte auch noch ein Bodenaustausch.

Seit 2012 hat der Landkreis Barnim insgesamt knapp 127000 Euro aus Ersatzpflanzungsfonds als Förderung an die Kommunen ausgereicht. Davon wurden 1557 Obstbäume und 418 Laubbäume gepflanzt.

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