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Thomas Gutke 19.05.2017 19:18 Uhr - Aktualisiert 19.05.2017 20:47 Uhr
Red. Frankfurt (Oder), frankfurt-red@moz.de

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Entsetzen über Frankfurter AfD-Chef

Frankfurt (Oder) (MOZ) Wilko Möller, Chef der Frankfurter AfD-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung (SVV), sorgt mit einem auf seiner Facebook-Seite veröffentlichten Foto für Entsetzen. Es zeigt den Bundespolizisten während seiner Ausbildung beim Bundesgrenzschutz Anfang der 1990er-Jahre. Dazu trägt er einen Helm und eine Waffe. In das Foto hineinmontiert ist der Spruch: "Klagt nicht, kämpft" - eine in rechtsgerichteten Kreisen gebräuchliche Redewendung im Wehrmachtstil.

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Sorgt für Empörung: Facebook-Post von Möller.

© Screenshot

Wilko Möller selbst will den am vorigen Sonntag veröffentlichten Post als Reaktion auf die Kontroverse um Dirk Niebel verstanden wissen. Vor wenigen Tagen hatte der FDP-Politiker und ehemalige Entwicklungshilfeminister den gleichen Spruch in Frakturschrift und mit dem Bild eines Soldaten auf seine Facebook-Seite gestellt - offensichtlich als Kommentar zur Diskussion um rechte Netzwerke und Wehrmachtsdevotionalien in der Bundeswehr. Seine Partei hat sich inzwischen distanziert.

Auch Wilko Möller erklärte auf Nachfrage, es müsse "endlich Schluss mit der Hexenjagd auf die Bundeswehr gemacht werden". Mit dem Post gehe es ihm aber vor allem um seinen Arbeitgeber. "Die Bundespolizei muss wie früher der Bundesgrenzschutz wieder militärisch ausgebildet und ausgerüstet werden, um auf den Terror reagieren zu können. Die Bundeswehr dafür einzusetzen, finde ich falsch". Ähnlich argumentiert er auch auf der Internetseite des AfD-Stadtverbandes.

Sowohl bei Facebook-Kommentatoren als auch bei Frankfurter Politikern hat das Bild große Empörung hervorgerufen. "Sich selbst mit Helm, Waffe und einem Wehrmachtsspruch zu posten, ist widerlich. Das Bild sagt viel darüber aus, wo Wilko Möller weltanschaulich einzuordnen ist. Er verhöhnt die Opfer der Wehrmacht", erklärte der Linken-Landtagsabgeordnete René Wilke. Und weiter: "Mir ist unverständlich, dass jemand wie er eine Waffe bei der Bundespolizei tragen darf."

Unmissverständlich äußerte sich auch Grünen-Fraktionschef Jörg Gleisenstein: "Das macht mich fassungslos. Die AfD und Alexander Gauland sollten sich fragen, ob sie mit jemandem wie Wilko Möller in den Wahlkampf ziehen wollen." Für die SVV stelle sich die Frage, "wie wir mit dieser Einschüchterung, einem Stadtverordneten mit Waffe in der Hand, umgehen sollen". Nach rbb-Informationen hat die Bundespolizei inzwischen ein Disziplinarverfahren gegen Möller eingeleitet.

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