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Mercedes aus Biesenthal bleibt verschwunden

Ingmar Höfgen / 25.05.2017, 18:58 Uhr
Berlin/Biesenthal (MOZ) Wegen bandenmäßigen Diebstahls stehen seit Mittwoch fünf Männer aus Bosnien-Herzegowina vor dem Berliner Landgericht. Dabei geht es auch um einen Einbruch in eine Autowerkstatt in Biesenthal im September 2016. Damals war unter anderem ein Mercedes SLK 200 gestohlen worden. Der Wagen ist bis heute verschwunden.

Der Einbruch in die Biesenthaler Autowerkstatt ist nur einer von zehn Einbrüchen, wegen derer die fünf Männer angeklagt sind. Ihnen wird vorgeworfen, in wechselnder Besetzung jeweils Bargeld, Goldschmuck, Autoschlüssel und teure Technik entwendet zu haben. Fast alle Tatorte liegen in etwas wohlhabenderen Ecken der Hauptstadt, nur zwei Fälle geschahen im Speckgürtel. Drei mögliche Helfer sucht die Polizei noch.

In Biesenthal sollen laut Anklage drei der angeblichen Bandenmitglieder sowie ein weiterer Helfer nachts um 2 Uhr ein Werkstattfenster aufgehebelt haben. Anschließend fehlten 2000 Euro Bargeld, zwei Mobiltelefone, ein Tablett sowie die Autoschlüssel zu einem mindestens 20000 Euro teuren, zur Reparatur vorgesehenen Mercedes, mit dem die Diebe davonfuhren.

Die Polizei kam den Angeklagten auf die Spur, weil eines der Opfer sein Haus mit einer Videokamera ausgestattet hatte, die einen der einschlägig vorbestraften Männer aufgenommen haben soll. In der Folge wurden die Männer observiert und ihre Telefone abgehört, hieß es am Rande der Verhandlung. Bei Durchsuchungen habe die Polizei dann einige der gestohlenen Dinge gefunden. Der Mercedes ist allerdings noch nicht wieder aufgetaucht.

Der Prozess, für den ab dem 14. Juni weitere zehn Verhandlungstage angesetzt sind, könnte allerdings zu einem schnelleren Ende kommen. Die Verteidiger der fünf Angeklagten signalisierten, dass Geständnisse denkbar sind. Geholfen haben dürfte ihnen eine vom Gericht geäußerte Straferwartung. Danach können sich die Richter für drei einschlägig vorbestrafte Angeklagte eine Haftstrafe "über vier und unter fünf Jahren" vorstellen, wenn sie Geständnisse ablegen; sofern die Vorwürfe sich erst nach Beweisaufnahmen als stichhaltig erweisen, könnte etwa ein Jahr Haft dazukommen. Die beiden anderen könnten mit Bewährungsstrafen davonkommen.

Die meisten der zwischen 24 und 37 Jahre alten Angeklagten sind verheiratet und haben mehrere Kinder; einer gab an, "nach Roma-Sitten verheiratet" zu sein. Immer wieder suchten die Männer am Mittwoch Blickkontakt zur Zuschauerbank. Dort folgten etwa 20 Freunde und Familienmitglieder, darunter auch Kinder, dem Geschehen. Der reguläre Kontakt ist derzeit eingeschränkt: Vier der fünf Männer sitzen wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft.

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