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Sabine Rakitin 27.05.2017 08:00 Uhr
Red. Bernau, bernau-red@moz.de

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Warnung von höchster Ebene

Biesenthal (MOZ) Seit fünf Jahren ringen Barnimer Kommunen um den Lückenschluss des Radweges entlang der Landesstraße 200 von Bernau nach Biesenthal. Nur noch zwei Kilometer fehlen zwischen Wullwinkel und der Naturparkstadt. Doch der Baubeginn verschiebt sich immer wieder.

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m Kreuzungsbereich L200/L294/Danewitzer Weg bei Biesenthal wurde die streng geschützte Zauneidechse entdeckt.

© MOZ/Sergej Scheibe

Erst sollte 2015 Baurecht geschaffen werden, dann 2016. Doch daraus wurde nichts. Anfang des Jahres teilte das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung mit: "Der Planfeststellungsbeschluss für den Radweg Wullwinkel-Biesenthal wird voraussichtlich erst Mitte dieses Jahres vorliegen." Damit sei ein Baubeginn erst im Jahre 2018 möglich.

Schuld an der neuerlichen Verzögerung seien mehrere Dinge, antwortete Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) im März auf eine entsprechende Anfrage der Barnimer SPD-Landtagsabgeordneten Britta Müller. Das Planfeststellungsverfahren habe sich zum einen durch eine Nachkartierung zum Artenschutz verzögert. Es müsse ein Ersatzhabitat gebildet sowie gutachterlich geprüft und bestätigt werden, dass es groß genug und geeignet sei, um als Lebensraum für die gefundene Zauneidechse zu dienen. Zum anderen hätten eine veränderte Rechtsprechung zur Wasserrahmenrichtlinie sowie die Umplanung von Kreuzungsbereichen zu Verzögerungen geführt. Und dann seien auch noch im November 2016 Einwendungen gegen das Vorhaben von einer Privatperson gekommen. Der Landesbetrieb bemühe sich zwar, letztere außergerichtlich aus der Welt zu schaffen, sagte die Ministerin im Landtag, ausschließen könne sie rechtliche Auseinandersetzungen aber nicht. Der neue Zeitplan des Ministeriums: Mitte des Jahres 2017 Planfeststellungsbeschluss, danach die Ausführungsplanung und schließlich die Ausschreibung der Bauleistungen für den Radweg. Da "Winterbaustellen" ungünstig seien, gehe sie von einem Baubeginn im Frühjahr 2018 aus - "vorausgesetzt, es gibt keine gerichtlichen Auseinandersetzungen mit dem Einwender", warnte Kathrin Schneider noch einmal.

Inzwischen kündigt sich weiteres Ungemach an. Der geplante Radweg zwischen Biesenthal und Wullwinkel quert im Kreuzungsbereich L 200/L 294/Danewitzer Weg in einem kurzen Abschnitt die Straßenböschung, die durch die streng geschützten Zauneidechsen besiedelt ist. Damit die Zauneidechsen durch den Bau des Radweges nicht getötet oder verletzt werden, muss im Vorfeld eine Fläche als geeigneter Lebensraum in unmittelbarer Nähe eingerichtet sein. Erst wenn die Fläche wirklich bezugsfertig ist, werden die Zauneidechsen aus dem Baufeld dorthin umgesiedelt und der Bau des Radweges kann beginnen, erklärt Cornelia Mitschka vom Landesbetrieb Straßenwesen.

Die Behörde hat auf etwa 1000 Quadratmetern ehemaliger Ackerfläche im Kreuzungsbereich L  200/L 294/Danewitzer Weg einen Ersatzlebensraum für die Zauneidechse geschaffen. Einige hätten offenbar "ein gestiegenes Interesse an der Fläche", beklagt Cornelia Mitschka. "Besucher mit Mofas und Motorcross-Maschinen erkundeten sie wiederholt mit ihren Fahrzeugen. Andere brachten Dekorationen aus Abfällen an der Biotopausstattung an", zählt sie auf. Auch gesetzlich geforderte Lebensraumrequisiten für die Zauneidechsen wie Totholzwälle und Lesesteinhaufen schrumpften zunehmend - "mutmaßlich durch die Verlagerung in heimische Öfen und Gärten", kritisiert die Vertreterin der Landesbehörde.

Sie sieht eine "bittere Konsequenz" auf die Biesenthaler zukommen, wenn der Ersatzlebensraum für die Zauneidechse weiter demoliert wird. "Kein funktionierender Ersatzlebensraum für die Zauneidechse heißt kein Baubeginn für den Radweg im nächsten Jahr!" warnt sie.

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