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Olav Schröder 29.05.2017 06:50 Uhr
Red. Bernau, bernau-red@moz.de

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Biesenthaler Pendler stöhnen

Biesenthal (MOZ) Seit dem Beginn der Bauarbeiten für ein zweites Fernbahngleis zwischen Berlin-Blankenburg und Berlin-Karow ist der Zugverkehr auf diesem Abschnitt komplett gesperrt. Betroffen sind auch die Linien RE 3 und RB 24 und damit zahlreiche Pendler aus dem Barnim.

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Gebaut wird seit dem 9. Februar und noch bis zum 1. April 2018. Biesenthaler Pendler "sind sauer", beschreibt die Landtagsabgeordnete Britta Müller (SPD) die Situation. Seit Anfang Februar seien ungewöhnlich viele Züge nach und von Berlin ausgefallen, hätten sich verspätet oder seien verkürzt worden.

In Biesenthal halten die Regionalbahn 24 und der Regionalexpress 3. Allein vom 6. Februar bis zum 2. März seien insgesamt 39 Abweichungen vom Fahrplan gezählt worden, darunter sechs Zugausfälle. 27-mal seien verkürzte Züge gefahren.

Seit Jahren fordert die Lokale Agende 21 eine bessere Bahnverbindung für Biesenthal. Ihre Forderung nach einem häufigeren Halt des RE 3 in Biesenthal hatte bislang aber nicht den gewünschten Erfolg. Ein regulärer Halt würde die Situation sicherlich entschärfen und wäre angesichts der Misere angemessen, argumentiert beispielsweise Herbert Noll. Er hat über die Einschränkungen vom 6. Februar bis 2. März Buch geführt und sammelte dafür die Angaben von Biesenthaler Bürgern. Die Liste sei daher nur "die Spitze des Eisbergs".

Noll kritisiert, dass die Kurzzüge der RB 24 jeden Tag zu einer anderen Zeit fahren, so dass man sich nicht auf das "unsoziale Rudelkuscheln" einstellen könne. Nur manchmal sei im Online-Fahrplan angekündigt worden, dass ein Wagen fehle.

Ein hochwertiges Bahnangebot sei nicht nur im ländlichen, sondern auch im berlinnahen Raum wichtig, fordert Britta Müller, damit Berufspendler mit Bus und Bahn zur Arbeitsstätte fahren können. Wegen der "massiven Einschränkungen" wandte sie sich mit einer Anfrage an die Landesregierung, die in ihrer Antwort gleichfalls von einer "Ausnahmesituation spricht".

Während der Bauarbeiten bis April 2018 wird auf einem 3,1 Kilometer langen Teilstück zwischen Blankenburg und Karow an Gleisen, Signalen und Brücken gearbeitet. Zwischen Buch und Bernau werden noch über diesen Zeitraum hinaus 13 sanierungsbedürftige Brücken erneuert.

Wegen der aktuellen Sperrung werden die Züge des RE 3 zwischen Bernau und Berlin-Gesundbrunnen über Berlin-Lichtenberg umgeleitet. Aus diesem Grund benötigen sie eine bis zu 25 Minuten längere Fahrzeit. Zugausfälle, so heißt es in der Antwort des Infrastrukturministeriums, waren durch notwendig gewordene Streckensperrungen bedingt, konnten aber in der Regel auf das Wochenende gelegt werden, um die Einschränkungen für die Pendler möglichst gering zu halten.

Eine zweite Ursache für die Einschränkungen ist laut Ministerium auf fehlende Fahrzeugkapazitäten zurückzuführen. Beim RE 3 seien diese auf eine unzureichende Fahrzeugauslieferung neuer Doppelstocktriebzüge zurückzuführen. Der Grund dafür seien zulassungstechnische Fragen, die zwischen dem Hersteller und dem Eisenbahnbundesamt zu klären seien. Die Ursache der verkürzten Züge auf der RB 24 liege in Mängeln von Neufahrzeugen, die im Rahmen der Herstellergewährleistung behoben werden mussten. Auf die Frage nach Sanktionsmaßnahmen durch den Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg heißt es in der Antwort, dass erhebliche Leistungsmängel mit Abzügen sanktioniert werden.

"Insgesamt macht mich die Antwort der Landesregierung nicht glücklich", so Britta Müller. Verspätete Auslieferungen und Mängel an Neufahrzeugen ärgerten sie besonders, da dies zu "unnötigen Unannehmlichkeiten" führe. Der Ausbau der Strecke sei "wichtig und sorgt langfristig für eine schnellere Verbindung". Sie hoffe sehr, dass auch bei künftigen Baumaßnahmen Streckensperrungen am Wochenende erfolgen. Die nächste Gelegenheit, sich zum öffentlichen Nahverkehr konstruktiv zu äußern bestehe am 16. Juni in Angermünde beim Regionaldialog zum Nahverkehrsplan.

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